Schlosspark

"Null-Variante" oder Café?

Bergedorf. Seit dem Abriss des Café Möller vor rund 20 Jahren hat es in Bergedorf keinen solchen Streit mehr gegeben: Nächsten Mittwoch (Rathaussaal: 17.30 Uhr) erhält der Stadtplanungsausschuss Gelegenheit, die Weichen für oder gegen ein Café im Schlosspark zu stellen.

Die Nachricht von einer beabsichtigten Ausschreibung wie der Umstand, dass die Betreiberin des bisherigen Café Chrysander 2012 nicht mehr öffnet, hat einen Proteststurm ausgelöst: Unsere Zeitung erreichten diverse Leserbriefe, in Bergedorfs Bau- und Wirtschaftsdezernat liefen die Telefone heiß. "Wir haben das Café Chrysander nicht von Amts wegen geschlossen, die Betreiberin hat entschieden, es nach der Winterpause nicht mehr zu öffnen", stellt Dezernent Uwe Czaplenski klar.

Der umgebaute Imbisswagen und Tische und Stühle davor sind auch beim derzeitigen Sonnenschein verwaist. Das schlechte Wetter im ersten Halbjahr hatte Ursula Arova Grenzen aufgezeigt. "Ein Betrieb bei diesem schlechten Wetter ist in keiner Weise wirtschaftlich." Sie setzt dennoch weiter auf diesen Standort. Sie will dazu Bürocontainer von außen mit Holz verkleiden, innen ansprechend umgestalten und mit einer kleinen Küche versehen, um witterungsunabhängig Gastronomie bieten zu können.

Einer ihrer Wünsche wird sich nicht erfüllen: Bergedorfs Politik hat bereits beschlossen, das Café im Schlosspark öffentlich auszuschreiben. Mittwoch stellt die Verwaltung im Stadtplanungsausschuss drei Konzepte vor.

Neben einer "Null-Variante" (Verzicht auf eine Gastronomie) sind dies "eine Saison-Variante mit kleineren Baulichkeiten für das Sommerhalbjahr und eine Ganz-Jahresvariante", erläutert Czaplenski. Nach einer Entscheidung durch die Politik könne die favorisierte Variante ausgeschrieben werden.

"Die Vergabe soll nicht nach Höchstgebotsverfahren erfolgen, sondern danach, wer das überzeugendste Konzept einreicht." Dazu zählt dann auch die Berücksichtigung zweier wichtiger Faktoren. Czaplenski: "Das Gesamt-Ensemble Schlosspark steht unter Denkmalschutz. Und der Betrieb in Grün- und Parkanlagen unterliegt Beschränkungen." Werbetafeln und Neon-Reklame sind nicht erlaubt.