Serrahn

Gemüse-Ewer sticht im April 2013 in See

Bergedorf. Das historische Holzschiff wächst und gedeiht. Die Arbeiten am Vierländer Ewer auf dem Werftponton im Serrahn liegen im Zeitplan.

Davon konnten sich zum Tag der offenen Werft am Sonnabend mehrere Hundert Besucher überzeugen. Im April 2013, so die Planung, soll der geschichtsgetreu nachgebaute Gemüse-Ewer als Botschafter von Bergedorf und den Vierlanden regelmäßig zwischen der Internationalen Gartenschau (IGS) in Wilhelmsburg und dem Bergedorfer Serrahn verkehren.

Das ist aber noch längst nicht alles, wie Liesing Lühr vom Vorstand des Fördervereins Vierländer Ewer jetzt verriet. "Nach der Gartenschau wird unser Holzschiff noch mindestens zwölf Jahre lang auf Bille und Elbe fahren", so Lühr. Hierzu musste sich der Förderverein verpflichten, als er für sein ehrgeiziges Schiffbau-Projekt EU-Gelder in Anspruch nahm. Laut Lühr wird der Verein also bis zum Jahr 2025 regelmäßige Ausflugsfahrten auf dem 20 Passagiere fassenden Holzschiff anbieten: "Zusätzlich zum Serrahn haben wir uns auch einen Liegeplatz in der HafenCity gesichert. Wir wollen mit den Ewer-Fahrten aber überwiegend den Bergedorfer Hafen als Treffpunkt der Personenschifffahrt aufwerten", sagt Lühr. Mit Heiko Buhr von der Bergedorfer Schifffahrtslinie habe der Ewer-Verein bereits Gespräche aufgenommen, wie die Ausflugsangebote sich sinnvoll ergänzen könnten. "Auch gecharterte Sonderfahrten auf dem Ewer sind vorgesehen", so Lühr.

Dem früheren Bergedorfer Lehrer Hans-Friedrich Müller (68) kam diese Information am Sonnabend gerade recht. "Dann können wir hier auf dem Schiff ja meinen 75. Geburtstag feiern", meinte der heutige Escheburger zu seiner Frau. Reinhard Soenke (72) aus Geesthacht nutzte währenddessen die Gelegenheit, unter der Aufsicht von Werftschmied Heinz-Herbert Steffen einen Schiffsnagel zu schmieden. "Das ist jetzt mehr als 40 Jahre her, dass ich bei der Hanseatischen Werft und Harburg am Schmiedefeuer stand", meinte er.

Klaus Scheel vom Ewer-Verein gab den Gästeführer, sparte nicht mit Erklärungen: "So ein Schiffsdeck muss immer ein bisschen gewölbt sein, damit das Wasser zu den Seiten abfließt. Wir haben das hier ganz einfach hingekriegt und gelogen, bis sich die Balken bogen."