Öffentlichkeitsarbeit

Viele Pläne für das "neue" Museum

Bergedorf. Das hat gesessen: Die Berichterstattung über die Pläne für Schloss und Rieck-Haus sowie den Abgang des Museumschefs, seine Rückkehr nach Hamburg, haben in der Stiftung Historische Museen für Ärger gesorgt.

"Geschwätzigkeit" wirft Lisa Kosok, Direktorin des Hamburg-Museums, dem Bezirksamt laut einem Bericht des "Hamburger Abendblattes" vor: Es gehöre sich nicht, über Finanzen und Personalangelegenheiten öffentlich zu reden, die noch Gegenstand von Verhandlungen seien. Verschnupft auch Stiftungsvorstand Helmut Sander: "Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass die Personalhoheit für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stiftung Historische Museen in meinen Verantwortungsbereich fällt", teilte er schriftlich mit.

Das bezweifelt niemand, ist korrekt - bis zur beabsichtigten Verselbstständigung des Museums für Bergedorf und die Vierlande sowie des Rieck-Hauses. Bislang gehören sie zum Hamburg-Museum beziehungsweise zum Altonaer Museum. Und bessern für einen Bruchteil der Kosten je Besucher die Nutzerzahlen der jeweiligen Mutterhäuser erheblich auf.

Während in Hamburg der Kampf um den Verbleib noch andauert, werden vor Ort die Weichen für die Zukunft gestellt. Bald soll nur noch die Archivarin im Schloss bei der Museumsstiftung angestellt sein. Ein Kurator soll künftig die Geschicke von Bergedorf-Museum und Rieck-Haus mitbestimmen, außer den Ausstellungsbetrieb in den beiden Häusern auch den im "Café Raum und Zeit" auf der Sternwarte organisieren.

Die Stelle wird öffentlich ausgeschrieben. Geplant ist, den Historiker mit Organisationstalent wie die Mehrzahl der Mitarbeiter beim Bezirk zu beschäftigen, in der neuen Kulturabteilung. Die hat von Montag an bereits einen ersten Mitarbeiter - und der ist alles andere als ein Neuling: Heimatforscher Gerd Hoffmann. Der Enkel des langjährigen Museumsleiters Ludwig Uphoff und Vizevorsitzende des Bergedorfer Bürgervereins, "wird sich künftig um Öffentlichkeitsarbeit und Internetauftritt kümmern", bestätigt Detlef Trute vom Bezirksamt, was in Bergedorf die Gerüchteküche befeuerte. Der Vermessungsingenieur ist kürzlich in Pension gegangen. Trute: "Herr Hoffmann ist für uns die optimale Besetzung, um vieles anzuschieben."

Vorerst ist die öffentlich gefördert Stelle auf eineinhalb Jahre begrenzt. Hoffmann kennt Bergedorf nicht nur als langjähriger Mitarbeiter im früheren Katasteramt und als Heimatforscher bestens: Zwischen Mitte und Ende der 1980er-Jahre war er im Bezirksamt im Kultur- und Sportreferat tätig. Er gibt sich zwar zurückhaltend, hat aber bereits klare Vorstellungen, wie Schloss, Rieck-Haus und Sternwarte zur Keimzelle für eine Bergedorfer Museumslandschaft werden können. "Wir müssen sehen, ob und wie man künftig das Maler- und- Lackierer-Museum, die historischen Mühlen im Bezirk und vielleicht auch die eine oder andere bedeutsame Kirche einbinden kann."

Hoffmann denkt dabei nicht an ein großes Museum, sondern an Kooperationen, etwa gemeinsame Eintrittskarten oder miteinander abgestimmte Events.

Im Kleinen möchte sich Hoffmann auch daran machen, für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, etwa durch Internetauftritte und Broschüren über die verschiedenen Häuser und Einrichtungen zu informieren. "Wir brauchen nicht für jede Ausstellung eine große Publikation, wir sollten mehr Augenmerk darauf legen, viele Menschen mitzunehmen und zu begeistern." Das funktioniere eher mit Flyern oder Info-Broschüren zu zwei, drei Euro als mit dicken wissenschaftlichen Publikationen.

"Die Personalhoheit fällt in meinen Verantwortungsbereich" Helmut Sander, Stiftungsvorstand

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