Arbeitslose

Nach Ausbildung auf Jobsuche

Bergedorf (he). Viele sehen in den aktuellen Arbeitsmarktzahlen die übliche kleine "Sommerdelle", andere Vorboten für ein Ende des deutschen "Jobwunders".

Für Juni verzeichnet die Arbeitsagentur Bergedorf tatsächlich ein geringfügiges Ansteigen der Erwerbslosenzahlen gegenüber Mai (plus 55, 1,1 Prozent). Im Vergleich zum Juni 2011 sind jedoch weniger Menschen arbeitslos gemeldet, aktuell 5215.

Während die Wirtschaft immer lauter über Nachwuchsmangel klagt, werden nach Abschluss der jeweiligen Lehre tatsächlich immer weniger junge Menschen von ihren Ausbildungsbetrieben fest übernommen, bundesweit nicht mal die Hälfte. Diese Entwicklung zeigt sich auch in Bergedorf, bestätigen Christian Kaiser (Arbeitgeberservice) und Matthias Finck, stellvertretender Leiter der Arbeitsvermittlung am Bahnhof. Finck: "Möglicherweise reagieren Unternehmen mit wachsender Unsicherheit auf die anhaltende Euro-Krise."

Ein dauerhafter Trend sei dies nach aktuellen Erkenntnissen jedoch nicht. Im Zweifelsfall seien Firmen aber geneigt, anstelle von Berufsanfängern lieber Gesellen mit einigen Jahren Berufserfahrung einzustellen - oder billigere Helfer ohne Lehre.

Wer einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr sucht, hat durchaus noch Chancen - für viele Berufe finden sich einzelne freie Stellen. Ein größeres Angebot gibt es besonders in Speditionen, Logistikbetrieben und im Handwerk, etwa für angehende Energieanlagen-Elektroniker, Anlagen-Mechaniker oder Friseure.

Aktuell liegt Bergedorf mit seiner Erwerbslosenquote von 7,9 Prozent über dem Hamburger Durchschnitt (7,4 %) und an Platz fünf der Bezirke. Nur Harburg und Mitte weisen eine höhere Quote auf (10 beziehungsweise 9,7 %). Spitze ist Bergedorf, was den Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr anbelangt: Sie sank um 6,5 Prozent.