Bürgerverein

Bergedorf: Online-Historie ersetzt 4000 Buchseiten

Bergedorf (he). 10 000 Dateien, 1100 Fotos, Abbildungen und Dokumente, insgesamt ein Datenvolumen von derzeit 4,5 Gigabyte:

Schon die nackten Zahlen zur Bergedorf-Chronik sind imposant: "In Buchform wären das etwa 4000 Seiten", erläutert Gerd Hoffmann den Umfang des Internet-Projektes, das derzeit von der Steinzeit bis 1949 reicht. Was der Vizevorsitzende des Bergedorfer Bürgervereins, Internetexperte Torsten Schirmer und Mitstreiter bis heute aufbereitet und online gestellt haben, gibt einen Überblick und häufig sehr anschauliche Einblicke in die mehrtausendjährige Geschichte der Region.

Als Ergänzung der gut gemachten Ausstellung zu 850 Jahren Stadtgeschichte treffen sie auch im Museum für Bergedorf und die Vierlande auf großes Interesse. Dort können Besucher auf die Daten zugreifen, die auch unter www.bergedorf-chronik.de im Internet einzusehen sind. "Wir haben Daten und Bilder bis 2010 beisammen. Den 165. Geburtstag des Bürgervereins feiern wir im Schloss, bis dahin ist alles online", sagt Hoffmann.

Die Bandbreite ist schon heute enorm: Sie reicht von Hinweisen auf erste Jäger und Sammler auf Hängen und Sandbänken an der Elbe, über die Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen, die Dänenzeit zu Beginn des 13. Jahrhunderts und die Eroberung Bergdorfs durch Hamburger und Lübecker Söldner (1420) sowie die beiderstädtische Verwaltung durch die beiden Hansestädte bis 1868. Die Eingemeindung durch das Großhamburg-Gesetz (1938) findet ebenso Berücksichtigung wie der Zweite Weltkrieg und der Neubeginn.

Der Historikerstreit um die Ursprünge der Burg Bergedorf und des heutigen Schlosses wird thematisiert und die Industrialisierung mit Hilfe der boomenden Glasindustrie und der Eisenwerke. Gewürzt wird das Online-Angebot durch Infos, die auch weniger Geschichtsinteressierte ansprechen: Der Bau des Schleusengrabens, die letzte Hexenverbrennung 1612, die Einführung der Schulpflicht (1741/91) oder die Sonderstellung Bergedorfs mit eigenen Briefmarken zählen ebenso dazu wie das Bergedorfer Bier.

Derzeit widmen sich Hoffmann und Co. einem anderen Online-Projekt: "Wir aktualisieren unsere Museumsseiten ( www.bergedorf-museum.de ), seit 2002 sind die Zugriffe stark gestiegen." Im Monatsschnitt verzeichnet Torsten Schirmer 25 000 Zugriffe auf die Online-Angebote des Bergedorfer Bürgervereins.