Sachsentor-Schau

Geldgeschäfte anno 1953

Bergedorf. Die Ausstellung "Handel und Wandel" in den Geschäften der Einkaufsstraße Sachsentor erobert immer neue Gebäude. Jetzt macht auch die Haspa an der Ecke Vierlandenstraße mit, stellt historische Fotos von Bergedorfer Geldgeschäften in ihre Schaufenster.

"Wir sind in der Ursprungskonzeption der Ausstellungsreihe vergessen worden. Offenbar weil wir nicht direkt an der Einkaufsstraße liegen", mutmaßt Michael Christiansen, stellvertretender Leiter der mit über 40 Mitarbeitern bis heute größten Haspa-Filiale östlich der Alster. Dabei birgt der von außen schmucklos wirkende Klinkerbau einen wahren Schatz der Bergedorfer Geschichte. Denn in diesen Räumen residierte bis 1938 die Zentrale der "Sparkasse der Stadt Bergedorf".

Unter Direktor Hans Bausewein war der Bau 1929/30 das erste Haus, das an der seinerzeit als wichtiges Bergedorfer Zukunftsprojekt gefeierten Vierlandenstraße errichtet worden ist. Die neue Wegeverbindung wurde quer durch die Altstadt geschlagen, um deren einfache Häuser durch funktionale Wohn- und Geschäfts-Bauten wie das der Sparkasse zu ersetzen. Das passte zur Grundidee der Sparkasse, die kleinen Leuten half, zu einem beschaulichen Wohlstand zu gelangen.

Mit dem Eingliedern der Stadt Bergedorf als Verwaltungsbezirk in die Metropole Hamburg fiel die städtische Sparkasse 1938 an die entsprechende Hamburger Institution - zunächst die "Neue Sparcasse von 1864" und ab 1972 schließlich die Haspa. Das alles wird auf den drei Schautafeln in den Haspa-Fenstern nun dokumentiert.

"Natürlich ist das zu viel Geschichte für unser kleines Ausstellungs-Format", weiß auch Organisatorin Martina Willhoeft, die die Schau in weit über 50 Läden entlang der Einkaufsstraße neuerdings auch nur noch als ersten Schritt der Aufarbeitung der Geschichte der Innenstadt sieht: "Ich werde mich mit dem Museum zusammensetzen, um eine überarbeitete Neuauflage des Buches 'Handel und Wandel im Sachsentor' von 1999 anzuregen."

Wer Fotos, Dokumente oder Erinnerungen an die jüngste Geschichte des Sachsentors und seiner Umgebung zu Ausstellungs- und Buchprojekt beisteuern möchte, erreicht Martina Willhoeft per E-Mail unter www.herrenausstatter-willhoeft.de oder per Post: Herrenausstatter Willhoeft, Sachsentor 22, 21029 Hamburg.