Kunst

Am Westensee gibt es jetzt einen "Stammplatz"

Neuallermöhe (upb). Der Wunsch von Künstler Micky Damm klingt etwas verträumt: "Ich freue mich schon, in drei Jahren wieder hier am Westensee zu stehen und unser hölzernes Werk ergraut, quasi versilbert zu erleben", sagte der Düsseldorfer gestern bei der Einweihung vom "Stammplatz".

Viele Tage haben Damm und seine drei Kollegen von der Kunstakademie der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens am Strand des beliebten Sees Douglasien-Stämme mit Motorsägen bearbeitet. Bis in der Mitte des zehn Meter langen, von massiven Stahlträgern gehaltenen Stapels eine kleine Bühne mit malerischem Seeblick entstanden ist. Das begeisterte bei der Vernissage auch Bezirksamtsleiter Arne Dornquast: "Das ist Kunst, die benutzbar ist", freute sich der Bau-Experte über ein Werk, "das mich eher an Architektur als an Kunst erinnert".

43 000 Euro hat sich der Kommunikations- und Kunstverein Neuallermöhe, kurz Kokus, das Projekt kosten lassen. Es ist das 23. und damit letzte der hochkarätigen Werke, die seit 2002 im ganzen Stadtteil aufgestellt worden sind. Ob es aber auch die vom Künstler erhoffte Lebensdauer von mindestens drei Jahren erreichen wird, bis die Stämme von der Natur ausgeblichen sind, mochten viele der etwa 40 Besucher der Vernissage nicht recht glauben: Bisher ist alles Holz im Umfeld des Westensees deutlich schneller in Grills und auf Lagerfeuern gelandet.