Wohnen am Fleet

104 neue Wohnungen am Bahnhof Allermöhe

Neuallermöhe. Mindestens 6000 neue Wohnungen, so das ehrgeizige Programm des Hamburger Senats, sollen jedes Jahr in der Hansestadt entstehen. Allein 104 Wohnungen werden laut Plan bis zum Juli 2013 am Walter-Rudolphi-Weg fertig.

Schräg gegenüber dem S-Bahnhof Allermöhe haben die WEP Projekt GmbH und die Harkai Zech Development GmbH (beide aus Leipzig) gestern den Grundstein für ihr Bauprojekt "Wohnen am Fleet" gelegt. Gebaut werden hier in etwa gleicher Anzahl Ein-, Zwei-, Drei-, Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen, sämtliche Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen werden barrierefrei gestaltet.

"Die Nachfrage ist hoch, etwa die Hälfte der Wohnungen sind schon vermietet", erklärte WEP-Geschäftsführer Gregor Bogen gestern Vormittag bei der Feier. Nach seinen Worten legen die Investoren Wert darauf, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Angepeilt sei eine monatliche Kaltmiete von 5,80 Euro pro Quadratmeter. Die viergeschossigen Blocks zwischen Walter-Rudolphi-Weg, Liesbeth-Rose-Stieg und Allermöher Bahn-Fleet werden in der Energieeffizienz dem KfW 40-Standard entsprechen - dank moderner Heizungssysteme, Wärmerückgewinnungsanlagen samt automatischer Belüftung und einer Fotovoltaikanlage. Außerdem gibt es zur nahen Bahnstrecke hin zusätzlichen Schallschutz, die Fenster dorthin bleiben stets geschlossen. "In den vergangenen vier Wochen haben wir schon mal 340 Pfähle ins Marschland gerammt", schilderte Gregor Bogen. "Wo wir jetzt stehen, entsteht die Tiefgarage mit 72 Stellplätzen."

Als Hamburger Wohnungsbau-Koordinator richtete der Staatsrat für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Sachs, lobende Worte an die Bauherren: Die wachsende Stadt Hamburg sei von früheren Senaten als "Ankunftsstadt" nicht hinreichend wahrgenommen worden und nun angewiesen auf Wohnbau-Investoren auch aus anderen Gegenden der Republik. "Die klassische Wohnfamilie ist eine Minderheit geworden, 82 Prozent der Hamburger Haushalte sind heute Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte", erläuterte Sachs. Diese Entwicklung erklärt laut Sachs den hohen Wohnraumbedarf.

Nach den Worten von Bezirksamtsleiter Arne Dornquast ist nicht nur Hamburg "Ankunftsstadt": "Neuallermöhe bietet seinen Neubürgern eine Willkommensgesellschaft, wo Integration nicht nur postuliert, sondern täglich gelebt wird."

Dornquast kündigte an, dass auch die gegenüberliegende Fläche direkt am Bahndamm bald nicht mehr als Gewerbe-, sondern als Wohnbaufläche angeboten wird: "Mit extremer Schalldämmung nach hinten wird diese dreigeschossige Bebauung Lärmschutz für das ganze Quartier bieten. Mehrgeschossiger Gewerbebau lässt sich dagegen beim besten Willen nicht vermarkten."

"Die klassische Wohnfamilie ist nun eine Minderheit" Michael Sachs, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt