Ausbildung

Expertenrat von der Lehrstellen-Hotline

Bergedorf (he). Vor wenigen Jahren konnten Betriebe noch aus einer Vielzahl Lehrstellenbewerbern auswählen, heute klagen Firmeninhaber, dass es kaum möglich ist, Ausbildungsplätze zu besetzen, weil es an geeigneten Schulabgängern mangele.

Verkehrte Welt: In Bergedorf ist noch die Hälfte aller seit Jahresanfang gemeldeten Stellen unbesetzt, fast dreimal größer ist jedoch die Zahl unversorgter Bewerber. Heute ist von 14 bis 16 Uhr wieder unsere Lehrstellen-Hotline geschaltet.

Unter den Durchwahlen (040) 725 66 -198, -202, -203 und -204 beantworten Experten der Arbeitsagentur und der Ausbildungsplatzinitiative Bewerbern wie auch Ausbildern und Firmeninhabern Fragen und geben Tipps, etwa zu Fördermöglichkeiten und Qualifizierungsangeboten. Auf derzeit gut 170 freie Lehrstellen kommen in Bergedorf 462 Bewerber. Das Problem: Während die Anforderungen an Azubis gestiegen sind, sind geeignete Bewerber immer schwerer zu finden. Tischlermeister Hans Burwieck aus Kirchwerder klagt: "Das Motto scheint heute zu lauten, wenn ich woanders nichts finde, versuch ich es eben im Handwerk."

Tatsächlich suchen überall Betriebe händeringend qualifizierte Bewerber, "viele sind nicht ausbildungsreif", sagt Ulf Fock, Chef der Arbeitsagentur in Bergedorf. Betroffen sei keineswegs nur das Handwerk: "In Bergedorf gibt es über die gesamte Breite der Ausbildungsberufe noch freie Plätze". Abgesehen von Schulnoten spielen Disziplin und Pünktlichkeit eine große Rolle, weiß Fock. Außerbetriebliche Ausbildungen seien eine Möglichkeit, Jugendlichen den Weg ins Berufsleben zu ebnen. "Gemeinsam mit den Kammern bieten wir zudem vermehrt Einstiegsqualifizierungen an. Im betrieblichen Alltag können sich die Teilnehmer binnen eines Jahres empfehlen." Plätze gibt es bei der Bahn AG ebenso wie in der Gastronomie und vielen weiteren Bereichen.

Neben Berufsberater Dirk Bremer (Arbeitsagentur Reinbek) hilft heute Christian Kaiser vom Arbeitgeberservice Bergedorf Ratsuchenden. Von der Ausbildungsinitiative nehmen Anna Schilling und Ernst Heilmann Anrufe entgegen. "Wir wollen, dass auch junge Migranten und schwächere Schüler eine Chance auf Ausbildung erhalten.", sagt Bergedorfs DGB-Chef.