Hortreform

Kinderhaus Kunterbunt verlässt die "Mäuseburg"

Bergedorf (ld). Die Tage, an denen Kinderstimmen im ersten Obergeschoss der "Mäuseburg" den Ton angeben, sind gezählt: Nach 20 Jahren wird das Integrative Kinderhaus Kunterbunt die Villa mit markantem Burgturm an der Wentorfer Straße verlassen müssen.

Zwar könnte die Einrichtung laut Mietvertrag noch bis zu drei Jahre bleiben, aber die Suche nach neuen Räumen ist bereits angelaufen.

Hintergrund ist Hamburgs Hortreform, die das Kinderhaus wie alle anderen Kitas auch zum Umsteuern der Angebotspalette zwingt. Bisher kommen 18 Grundschulkinder nach 13 Uhr zur Mäuseburg. Sie werden nach den Sommerferien in der Schule Ernst-Henning-Straße betreut, die damit schon ein Jahr früher als viele andere Bergedorfer Grundschulen zur Ganztagsschule wird.

Damit Kunterbunt trotzdem eine Zukunft hat, wird das Betreuungsangebot auf Krippenkinder ab sechs Monaten ausgeweitet. Das geht nur in ebenerdigen Räumen, das Kinderhaus liegt aber im ersten Obergeschoss.

Die neuen Räume sollten also deutlich größer sein und unbedingt im Erdgeschoss liegen. "200 Quadratmeter wären schön, damit wir Platz für etwa 50 Kinder bieten können", sagt Kita-Chefin Petra Jantzen, die sich zudem wünscht, mit ihrer Einrichtung im Stadtteil Alt-Bergedorf zu bleiben (Postleitzahl 21029).

Seinen Grundsätzen will das von einer Elterninitiative gegründete und bis heute betriebene Kinderhaus auch in Zukunft treu bleiben: "Kunterbunt wurde von Eltern gegründet, die für ihre Kinder eine kleinere Einrichtung als geeigneter ansahen", sagt die 50-jährige Leiterin. Derzeit werden 18 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren von fünf Erzieherinnen betreut, also gezielt und individuell gefördert. Zudem verfolgt die Kita den integrativen Gedanken und betreut seit Beginn behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam. "Das war damals noch gar nicht üblich", sagt Jantzen.

Kontakt zum integrativen Kinderhaus Kunterbunt gibt es unter Telefon (040) 724 79 93 oder per E-Mail an kunterbunt@soal.de .