Großdemonstration

Bergedorfer gegen die rechte Gewalt

Bergedorf/Hamburg. Noch müssen die Gerichte entscheiden, wo etwa 1000 Neonazis am Sonnabend, 2. Juni, in Hamburg auf die Straße gehen - vermutlich in Wandsbek.

Unter dem Motto "Tag der deutschen Zukunft" wollen sie ihre menschenverachtende und rassistische Ideologie verbreiten. Die Hamburger aber wehren sich, mit ihnen Hunderte Bergedorfer, wollen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt einstehen.

Das Bergedorfer "Rathausbündnis gegen rechte Gewalt" fordert alle Bergedorfer auf, zur Großdemonstration nach Hamburg zu fahren, bei der bis zu 20 000 Menschen um 9.30 Uhr auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz erwartet werden. Um 11 Uhr beginnt dann auf dem Rathausmarkt ein buntes Programm unter dem Motto "Hamburg bekennt Farbe" mit einer Kundgebung, an der sich Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Kammern und Wohlfahrtsverbände beteiligen. Kulturschaffende, Sportler und Wissenschaftler stehen ebenso auf für eine weltoffene Stadt, die sich zu ihren fremdländischen Mitbürgern bekennt, die "Hamburg mit frischen Ideen, neuen Sichtweisen und viel Engagement bereichern. Niemand soll hier in Angst leben müssen".

"Wir rufen alle zur Teilnahme an der Kundgebung auf dem Rathausmarkt auf", sagt auch Bergedorfs Bürgerschaftsabgeordnete Peri Arndt, die über den Aktionstag an einem Info-Stand der SPD am kommenden Sonnabend informiert: Von 10 bis 13 Uhr verteilt sie auf dem Bergedorfer Markt Postkarten, Flugblätter und Aufkleber.

Wer nicht allein zum Rathaus fahren will, kommt am 2. Juni um 10 Uhr zum Bergedorfer S-Bahnhof, wo es um 10.07 Uhr gemeinsam mit den Sozialdemokraten losgeht. Vertreter vom Bergedorfer Rathausbündnis treffen sich um 9 Uhr/10.30 Uhr, um die Aktionen in der City gemeinsam zu unterstützen.

Andere Gruppen wollen Massenblockaden gegen die Neonazis organisieren. So ruft das "Hamburger Bündnis gegen Rechts" zu zivilem Ungehorsam auf, die Aktivisten wollen den Rechtsextremisten "keinen Meter Hamburgs Straßen geben". Dazu wird am Sonnabend, 26. Mai, ein Blockade-Training in Altona angeboten. Teilnehmer lernen, sich wegtragen zu lassen und in unübersichtlichen Situationen besonnen zu handeln. Weitere Infos finden sich im Internet unter www.keine-stimme-den-nazis.org .