Lohbrügger Markt

Planung läuft am Bezirk vorbei

Lohbrügge. Schlaglöcher in Hamburger Plätzen und Straßen sowie marode Fuß- und Radwege belegen, wie knapp das Geld ist. Die Neugestaltung des Lohbrügger Marktplatzes hat Bergedorfs Politik nach einer Kostenexplosion vertagt.

"Dass nun die Möglichkeit versäumt wird, zumindest die geplanten Parkplätze entlang der Straße Lohbrügger Markt zeitgleich mit der Deckensanierung zu realisieren, ist unverständlich", kritisiert Kurt Hansen.

Bergedorfs amtierender FDP-Chef ist mit seiner Kritik nicht allein: Zu sehr ärgern die Verkehrspolitiker schleppende Informationen über von Hamburg geplante Vorhaben.

Die Umgestaltung des Billwerder Billdeichs und die Entfernung des gerade erst eingebauten Ratterpflasters nach Anwohnerprotesten gehören für Jörg Froh (CDU) in eine Reihe mit dem geplanten Umbau der Kreuzung Vierlandenstraße/B 5 und der Straßensanierung in Lohbrügge: "Es muss Schluss damit sein, dass der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer an uns vorbei plant, wir von Vorhaben nur zufällig oder so spät erfahren, dass nichts mehr zu machen ist."

Über den Winter hatten Bezirksamt und Politik den Lohbrüggern in zwei öffentlichen Veranstaltungen die Ideen beauftragter Planungsbüros zur Umgestaltung des Marktplatzes präsentiert. Erst danach habe man von der Fahrbahnsanierung erfahren, bedauern Froh und Verkehrsausschusschef Bernd Schrum (SPD). Gemeinsam haben Bergedorfer Politiker noch in letzter Sekunde versucht, die von Planern empfohlenen 15 neuen Stellplätze am Fahrbahnrand im Verfahren zu verankern. Schrum: "Dreifach ärgerlich, dass dies nicht geklappt hat: Wir hätten Kosten sparen und den Menschen eine weitere Baustelle ersparen können. Und Kurzzeitstellplätze wären für den Wochenmarkt eine Verbesserung."

Bergedorfs Tiefbauchef verwahrt sich gegen Kritik: Nicht genug, dass die zusätzlichen Parkplätze außerhalb des Plangebietes Lohbrügger Marktplatz entstehen sollten, passten sie umgekehrt auch nicht zur Fahrbahnsanierung, sagt Joachim Bruschke: "Das Geld stammt aus dem Straßendecken-Sanierungsprogramm, ist nicht für Stellplätze gedacht. Der Zeitplan für die Deckensanierung wie auch die Parkbuchten wurden im Verkehrsausschuss erörtert." Damit wollen sich Froh und Co. nicht mehr zufrieden geben: "Wir wollen über alle Tiefbauvorhaben frühzeitig informiert werden - egal, ob der Bezirk, der Landesbetrieb oder sonst wer plant."