Kleingartenverein 610

Laubenpieper feiern 50. Geburtstag

Bergedorf. Ein halbes Jahrhundert ist es nun her, seit die ersten Kleingärtner ihre Parzellen im Tal der Schulenbrooksbek bezogen. Dort entstand der Kleingartenvereins 610 an der Justus-Brinckmann-Straße.

"Das war im Frühsommer 1962", sagt Kleingärtnerin Ulrike Mißfeld, die selbst seit 36 Jahren hier eine Parzelle hat und in den Jahren davor viel Zeit im Kleingarten ihrer Eltern verbrachte. Dennoch ist sie nicht die Kleingärtnerin, die am längsten in der Anlage ist.. Zwei der insgesamt 70 Laubenpieper sind Männer der ersten Stunde, haben seit 50 Jahren hier ihren Garten.

Mit einem Kinderfest auf der Wiese inmitten der offen gestalteten Gartenanlage feiert der Verein am heutigen Sonnabend ab 14 Uhr seinen 50. Geburtstag. "Mehr als zehn Kinder haben sich angemeldet", sagt Monika Mohr vom Festausschuss. "Wir gehen mit ihnen auf Schatzsuche, haben uns viele Aufgaben im Gelände ausgedacht. Außerdem rösten wir Stockbrot und spielen Spiele aus den 1960er-Jahren - Gummitwist, Springtau und Eierlaufen. Die Erwachsenen spielen Schach und Mensch-ärgere-Dich-nicht."

Ehemann Ulrich Mohr, seit drei Jahren Vorsitzender des Kleingartenvereins 610, ist froh, dass es seit einigen Jahren wieder mehr Familien mit Kindern in der Anlage gibt. "Die meisten von uns haben sich doch einen Garten angeschafft, als die ersten Kinder kamen. Heute sind unsere Kinder natürlich längst erwachsen, aber wir sind hier geblieben." In den 1980er- und 90er-Jahren kamen aber kaum junge Familien hinzu, und die Anlage drohte zu einer Rentnersiedlung zu werden. Doch seit mehreren Jahren hat sich der Trend gedreht.

Das Gelände mit den vielen Bäumen an der Schulenbrooksbek ist bei Laubenpiepern sehr gefragt. Alle 70 Parzellen sind belegt, auf der Warteliste stehen derzeit fünf Interessenten. "Freiwillig gibt keiner so ein kleines Paradies auf", sagt Mohr. Vereinskollege Gerhard Konitz hat seit 1966 seinen Garten. "Mir gefällt besonders die offene Gestaltung", sagt er. "Kein Zaun drumherum, keine hohen Hecken und öffentliche Spazierwege führen mitten hindurch." Auch die Regularien für die Gartengestaltung werden bei den 610ern eher locker interpretiert. Die goldene Regel "je ein Drittel Gemüsegarten, Ziergarten und Bebauung" kontrolliert hier keiner.

Ein zweites Mal wird der 50. Geburtstag am 25. August gefeiert - mangels eines Vereinshauses steigt diese Party im Haus "brügge" an der Leuschnerstraße. "Früher haben wir viel mehr gefeiert", sagt Ulrike Mißfeld etwas wehmütig., "Richtige Gartenfeste mit Mondlaternen und anderen Lampions. Das sollten wir unbedingt mal wieder machen."