Finanzierung

Dornquast in Kritik wegen Dienstreise

Bergedorf (upb). Es hätte ein Skandal werden können, auch für Rathaus-Chef Arne Dornquast. Er war dabei, als fünf Bezirksamtsleiter samt zwei Staatsräten, dem Polizeipräsidenten und zwei hohen Beamten Anfang April für zwei Tage Wien besuchten.

Laut offiziellem Sprachgebrauch eine Dienstreise, die Ex-Justizsenator und GAL-Bürgerschaftsabgeordneter Till Steffen in mehreren Anfragen zum "Osterausflug" auf Kosten des Steuerzahlers stilisierte.

Die Delegation antwortete mit detaillierten Angaben zu allen Fragen und nahm Steffen so den Wind aus den Segeln. Unter anderem erfährt die Öffentlichkeit, dass sich die Kosten auf exakt 3266,80 Euro belaufen, dass der Flieger der Air Berlin am 4. April um 6.15 Uhr in Hamburg abhob und tags darauf um 22.50 Uhr wieder landete. Die hohen Herren saßen in der Economy-Class und zahlten fast alle Speisen und Getränke der Reise selbst.

"So detailliert zu antworten, war viel Arbeit", sagte Dornquast gestern. Die große Ehrlichkeit sei aber Pflicht: "Ich möchte mir nicht ausmalen, was sonst passiert wäre."

Und er betont, dass es tatsächlich Sinn machte, die 1,7-Millionen-Metropole Wien zu besuchen: "Unser Fokus lag unter anderem darauf, das besondere Zusammenwirken von Polizei, Verwaltung und Politik in Wien zu studieren."

Beeindruckend für Dornquast waren zwei Dinge: Jeder der 23 Wiener Bezirke habe für alle Parkplätze an seinen Straßen einheitlich festgelegt, ob Gebühren genommen werden oder nicht. "Unsere Bergedorfer Verhältnisse sind vor diesem Hintergrund ein unüberschaubares Chaos", sagt Dornquast, der zudem die enge Kooperation mit der Polizei lobt: "In Wien sind unter anderem bei Razzien oft Politiker mit vor Ort. Sie werden so Augenzeugen, wie die Wirklichkeit auf der Straße ist. Warum sollten sie in Hamburg nicht mal auf dem Beifahrersitz eines Wasserwerfers im Schanzenviertel sitzen?"