Stadtteilschule

Energie-Erlebnispfad mit "Solarkocher"

Lohbrügge (upb). Die Schüler der Stadtteilschule Lohbrügge kennen das Drama unserer Autos: Herkömmliche Modelle bringen kaum ein Zehntel der Kraft ihres Benzins auf die Straße, pusten stattdessen gut 50 Prozent einfach mit den Abgasen in die Luft.

Gelernt haben sie das auf dem Energie-Erlebnispfad, der für eine Woche durch die Physikräume und über den Schulhof am Binnenfeldredder führt.

Alle 1000 Schüler befassen sich bei diesem Kooperationsprojekt der Lohbrügger mit dem Energie-Konzern RWE mit Ressourcen-Schutz und der Frage, wie viel Energie wir eigentlich im Alltag verbrauchen. So können sie nach den 14 Stationen des Rundgangs einschätzen, welche Kraft ein Radfahrer für das Leuchten einer 60-Watt-Lampe aufbringen muss: "Ich schaffe das für zehn Minuten, aber dann ist wirklich Schluss", sagt Kevin Sabet aus der 8. Klasse, als er erschöpft vom Sattel des Hometrainers im Physikraum steigt. Doch die Anstrengung und vor allem der tiefe Einblick in die Welt des Stroms haben sich gelohnt. Der 14-Jährige ist Fan regenerativer Energie geworden: "Ich kann mir gut vorstellen, später Solar- oder Windenergieanlagen zu verkaufen. Die braucht jeder. Atomkraft und Kohle sind doch Energie von gestern."

Die Lohbrügger sind als einzige Hamburger Schule Teil der Bildungsinitiative Energie des Konzerns RWE. Das bedeutet finanzkräftige Unterstützung in allen Bereichen der Physik, von der Lehrerfortbildung über Experimentierkoffer und Kooperationen mit Fachleuten bis hin zum Erlebnispfad, der für eine Woche bleiben wird.

Wie Kevin Sabet durchlaufen alle Schüler der Jahrgänge sieben bis dreizehn den Parcours. "Für uns ein Weg, Nachwuchs für die Berufe rund um regenerative Energien zu gewinnen", sagt Projektleiter Wolfgang Gärthe.

Hingucker der Schau ist der "Solarkocher" auf dem Schulhof, eine Art voll verspiegelte Schüssel, in deren Mitte die Sonnenenergie auf einen Kochtopf gelenkt wird. "Das bringt das Wasser zum Kochen", weiß Gärthe, dem das in Lohbrügge mangels ausreichender Sonne aber noch nicht gelungen ist.