Museumsstiftung

Senatorin will Bergedorfer Lösung

Bergedorf. Einführung einer Kultur- und Tourismustaxe für Hotelgäste, Kunst im öffentlichen Raum und Anmeldung der Sternwarte als Kulturdenkmal oder die "Dauerbaustellen Elbphilharmonie und Stiftung Historische Museen Hamburg": Bei ihrem Bergedorf-Besuch blieb Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler kaum eine Antwort schuldig.

Viele, aber nicht alle gefielen den 120 interessierten Zuhörern, die im "Roten Salon" der SPD am Serrahn einen kurzweiligen Abend erlebten .

"Mehr Geld aus dem Topf Stadtteilkultur kann Bergedorf nur erhalten, wenn wir mehr Mittel bekommen", widersprach Kisseler Forderungen, die Ungleichbehandlung Bergedorfs zu beenden und das KulturA in die Förderung einzubeziehen. Chancen für eine Umverteilung sieht sie nicht, "alle Bezirke meinen doch, sie müssten mehr Geld bekommen". Die neue Kulturtaxe bringe auch keine Lösung, sie sei nicht für Häuser, sondern für Projekte gedacht. "Zudem müssen wir sehen, ob es bei neun Millionen Übernachtungen im Jahr bleibt, bevor wir das Fell des Bären verteilen."

Im Gespräch mit der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Christel Oldenburg und den Zuhörern zeigte sich die parteilose Senatorin schlagfertig. Etwa als sie auf Kritik am Umgang mit der Elbphilharmonie klarstellte, dass sie die Verantwortung für Bauverzögerungen und Kostenexplosionen beim Vorgängersenat und Hochtief sieht: "Das ist eine Anwaltskanzlei mit angegliederter Baufirma."

Zumindest habe Hochtief jetzt einem Schiedsverfahren zugestimmt. "Wenn wir es noch schaffen, dass wieder mehr Bauarbeiter an der Elbphilharmonie arbeiten, kann sie 2014 vollendet werden."

Kritik an den Architekten weist die parteilose Kulturexpertin zurück. "Die haben früh gewarnt, dass die Planungen noch nicht realisierungsreif sind - doch der Vorgängersenat wollte sie nicht hören."

Als Großbaustelle neben der Elbphilharmonie sieht Kisseler die Stiftung Historische Museen Hamburg. "Die Führungsstruktur grenzt an Schizophrenie. Die wechselnde Führung durch die verschiedenen Museumsdirektoren fordert, dass diese abwechselnd Gesamtverantwortung tragen und dann wieder die für ihr Haus."

Ein von manchen befürchteter Schlagabtausch um das Museum im Schloss blieb aus. In einigen Punkten herrscht jetzt Gewissheit. Es werde auch über Strukturen gesprochen, "sonst müsste man ja kaum reden", äußerte Kisseler mit Blick auf Bezirksamtsleiter Arne Dornquast.

Dies bedeutet jedoch keinen Verbleib in der Stiftung, wie ihn Gegner der Verselbstständigung fordern: "Wir haben von der Bürgerschaft den Auftrag, ein neues Konzept vorzulegen - einschließlich der Herauslösung des Helms-Museums und von Bergedorf." Dazu zähle neben dem Bergedorfer Schloss natürlich auch das Rieck-Haus, "beides gehört zusammen".

Ideen zu "Kooperationen" mit der Stiftung will Kisseler nicht falsch interpretieren lassen. Einer Arbeitsteilung, wie sie der Vorstand der Bergedorfer Museumsfreunde favorisiert, erteilte sie auf Nachfrage eine Absage. Das Schloss weiter unter dem Dach der Stiftung zu halten, aber der Bezirk zuständig für die Finanzierung der Öffentlichkeitsarbeit und für Veranstaltungen, "das kann doch so nicht funktionieren".

Zu Detail- und Finanzfragen hielt sich die Senatorin jedoch bedeckt, versprach aber: "Zum Sommer haben wir und der Bezirk uns über das Konzept abgestimmt."