Thema der Kirche

Gewaltfreie Kommunikation

Stell dir vor: Dein Mann macht dir einen Vorwurf. . . und du bist nicht gekränkt! Oder andersherum: Du bist enttäuscht oder sauer über etwas und du kannst es so sagen, dass deine Frau dich versteht! Wäre das nicht wunderbar?

Kürzlich las ich ein Büchlein von Serena Rust über gewaltfreie Kommunikation: "Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt." Der Wolf ist hier ein Symbol für die uns allen sehr vertraute Art zu sprechen und zu hören, die vom Bewerten und Deuten geleitet ist. Mit "Wolfsohren" gehört wirkt eine harmlose Bemerkung auf mich leicht wie ein Vorwurf oder ein Angriff, worauf ich mich mit einem "Gegenangriff" wehre - und schon geht es mit Angriff und Gegenangriff weiter.

Die Giraffe mit ihrem großen Herzen ist dagegen Symbol für eine einfühlsame Art zu sprechen. Sie kann ihre Gefühle und Bedürfnisse in ein Gespräch einbringen und mitfühlend auch die Gefühle und Bedürfnisse des Gegenübers als berechtigt gelten lassen. Vier Schritte helfen ihr, ohne verbale (oder verdeckte) Gewalt zu reagieren.

1. Beobachtung: Was habe ich gehört oder gesehen? (ohne es zu bewerten.) 2. Was fühle ich dabei? (ohne es zu deuten!) 3. Welches Bedürfnis steht hinter den Gefühlen? Was brauche ich, um damit umzugehen? (z.B. Gerechtigkeit, Schutz oder Verständnis - ohne Strategie, wie ich es mir erfülle.) 4. Konkrete Bitte, die vom anderen erfüllt oder auch abgelehnt werden kann. (Keine Forderung!)

Für mich ist dieses Büchlein ein Wegweiser geworden für die Verheißung Jesu, dass die Sprache der Liebe die Welt verändern kann!

Karlfried Kannenberg, Pastor in Oststeinbek