Woche des Gedenkens

Vorläufiges Mahnmal neben dem CCB enthüllt

Bergedorf (ts). Etwa 100 Interessierte kamen gestern zur symbolischen Einweihung des Mahnmals für die Zwangsarbeiter während der Nazi-Zeit in Bergedorf.

Wegen der Bergedorfer "Woche des Gedenkens" schon gestern und nicht erst am 22. September, wenn es fertiggestellt ist. Es wird dann an der Schleusengraben-Promenade neben dem CCB seien Platz haben.

Besonders berührten die Schilderungen von Ilse Jacob vom VVN, die betonte, dass viele Zwangsarbeiter sich nicht mit ihrer Opferrolle abfanden. "Etliche haben unter großem Risiko Sabotage betrieben, Widerstand geleistet." Bezirksamtsleiter Arne Dornquast sagte: "Dieses Mahnmal ist ein Beweis dafür, dass das Deutschland von heute nicht mehr das Deutschland von gestern ist." Auch bedankte er sich bei der Schülerin Ella Sloman für den ursprünglichen Entwurf, welcher den Wettbewerb an den Bergedorfer Schulen gewonnen hatte. Sie darf sich über 300 Euro Preisgeld freuen. Viel mehr Grund zur Freude hat sie nicht. Die Bezirksversammlung veranlasste den Künstler Jan de Weryha das Projekt zu realisieren und einen Kompromiss mit der Schülerin zu finden. Das gelang nicht. "Ich habe mich aus dem Projekt zurückgenommen, weil das jetzige Denkmal, das ich nicht schlecht finde, nichts mehr mit meinem Entwurf zu tun hat", sagt die 19-Jährige.

Bis zum September ist immerhin ihre Skizze neben dem CCB zu sehen plus Fotomontage des künftigen Mahnmals.

Die teils heftig geführte Debatte im Vorfeld ging auch an den Initiatoren nicht vorbei. "Wir werden nochmals gemeinsam überlegen, ob wir den Text auf der Tafel vielleicht ändern", sagt Andrea Schlicht von der AG "Gedenken". Denn der Hinweis, dass sich das Mahnmal fast exakt an der Stelle befindet, wo früher Menschen zur Arbeit gezwungen wurden, fehlt bislang.