Lohbrügger Markt

Politiker gehen auf Konfrontationskurs

Lohbrügge. Der Ärger um den Lohbrügger Markt und die geplante Umgestaltung treibt Blüten: Angesichts einer Kostensteigerung von 880 000 auf 1,2 Millionen Euro hatte der jüngste Stadtplanungsausschuss das Thema an den Verkehrsausschuss überwiesen.

Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski hatte auf Nachfrage erklärt, die Mehrkosten sollten aus Tiefbaumitteln bestritten werden, zudem, wie berichtet, eine detaillierte Kostenaufstellung angekündigt: Trotz Streichung eines neuen Pflasters für den Markt und Verzicht auf "Wasserspiele" sehen die Politiker die Kosten davon galoppieren.

In der verschickten Tagesordnung für den heute tagenden Fachausschuss taucht das Thema jedoch nicht auf. Im Hauptausschuss beklagte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast das "lästige Gezerre zwischen Stadtplanungs- und Verkehrsausschuss", verwies auf die geübte Praxis: "Bislang lautet das Motto ein Thema ein Ausschuss." Im Bedarfsfall würden weitere beteiligte Gremien jeweils zu den Themen hinzugeladen, wie jüngst der Verkehrsausschuss.

Die Politik will sich jedoch nicht bevormunden lassen: "Worüber wir beraten, das entscheiden immer noch wir", mahnte CDU-Fraktionschef Sven Noetzel. Wenn Tiefbaumittel für die Umgestaltung des Lohbrügger Marktplatzes genutzt werden sollten, müsse im zuständigen Verkehrs- und Innenausschuss zumindest über mögliche Folgen gesprochen werden, etwa die Verschiebung wichtiger Straßensanierungen.

"Wir können doch nicht im Stadtplanungsausschuss 160 000 Euro Tiefbaumittel zur Vergoldung des Lohbrügger Marktplatzes beschließen oder 16 000 Euro Grünmittel für eine Außenfeld-Umgestaltung am Eiscafé zwischen Alter Holstenstraße und Schlossteich - darüber müssen die zuständigen Ausschüsse entscheiden", kritisiert Linksfraktionschef Stephan Jersch. "Ansonsten könnte ja umgekehrt der Grünausschuss sagen, wir nutzen jetzt eine Million Euro Tiefbaumittel für den Bau von Radwegen, weil wir die so wichtig finden - so geht das nicht", mahnt auch SPD-Fraktionschef Werner Omniczynski.

*Auch ohne den Lohbrügger Markt, der nun doch auf die Tagesordnung kommt, hätte der Verkehrsausschuss heute keinen Themenmangel. Von 17.30 Uhr an geht es im kleinen Rathaussaal auf Antrag der CDU um Schulwegsicherung, die GAL möchte erreichen, dass Bergedorfs Anrufsammeltaxi (AST) künftig nicht von der Alten Holstenstraße sondern vom ZOB startet. Zudem wird es erneut um die geplante Bushaltestelle vor dem CCB und den vorgesehenen Umbau der Kreuzung B 5/Vierlandenstraße gehen. Vertreter von Bergedorfer Polizei und Kripo wollen zudem die Kriminalstatistik erläutern. Nicht zuletzt steht erneut eine besonders krasse Kostensteigerung auf der Tagesordnung - für die Treppe zwischen B 5 und Serrahnufer beim CCB.