Sternwarte

Astronomen müssen Geduld haben

Bergedorf (stri). Seinen Traum vom großen Refraktor, der für eine Million Euro saniert werden kann, muss Dr. Peter Hauschild erst einmal auf die lange Bank schieben.

Der Direktor der Bergedorfer Sternwarte hatte zum hundertjährigen Bestehen des Observatoriums auf Hilfe aus dem "Sanierungsfonds Hamburg 2020" gehofft. Die CDU hatte der Bürgerschaft einen entsprechenden Antrag vorgelegt, um das Teleskop im denkmalgeschützten Kuppelbau "für die aktuelle Forschung zu erhalten", so Kreisvorsitzender Dennis Gladiator.

Doch sein Antrag wurde von der SPD gebremst, die ihrerseits ein Gesamtkonzept für die Erhaltung und Nutzung fordert, im Zusammenhang mit der Bewerbung als Unesco Weltkulturerbe. Beide Anträge wurden nun in den Kulturausschuss überwiesen. "Wir wollten noch etwas Zeit gewinnen, weil unser Fraktion nicht abschließend diskutiert hat, welche Projekte wir aus dem Sanierungsfonds unterstützen wollen", gibt SPD-Bürgerschaftspolitikerin Christel Oldenburg unumwunden zu. Wohl aber habe der Fraktionsvorsitzende Dr. Andreas Dressel "die volle Unterstützung für Bergedorf" zugesagt.

Scheitert die Sanierung nun an parteilichen Vorbehalten und Machtkämpfen? Was für Gladiator wie eine "Beerdigung zweiter Klasse" klingt, ist für die SPD noch keineswegs aufgehoben - wenn aber doch aufgeschoben. Denn die nächste Sitzung des Kulturausschusses wird am 19. April von einer Expertenanhörung zum Thema "Deserteure in der Wehrmacht" bestimmt, erst frühestens im Juni könnte die Sternwarte auf der Tagesordnung erscheinen.

Es müssen nicht gerade Lichtjahre sein, doch die Astronomen müssen sich eigentlich immer in Geduld üben: Derzeit arbeitet die Kulturbehörde ihren Antrag für die sogenannte Tentativliste aus, nach der die Kultusministerkonferenz jährlich ein Objekt aus den 16 Bundesländern benennt - für 2014 ist das Chilehaus vorgeschlagen. "Bis zum 1. August müssen die Vorschläge für die Jahre 2016 bis 2032 gemeldet werden", sagt Stefan Nowicki.

Der Sprecher der Kulturbehörde ergänzt, dass ein zweiter Versuch für die Sternwarte gestartet wird: Außerhalb der üblichen Reihenfolge gibt es die "transnationale serielle Bewerbung", als Partner ist die argentinische Sternwarte La Plata vermerkt. Eine solche Antragstellung indes dauert erfahrungsgemäß zwei bis drei Jahre.

Weltkulturerbe: "Bis August müssen wir unsere Vorschläge melden."

Stefan Nowicki Sprecher der Kulturbehörde