Haus im Park

Wie mit der "Achterbahn" in ein furioses Bühnenfinale

Bergedorf. Wer denkt, er könne nur auf dem Dom Achterbahn fahren, liegt falsch. Was zuerst wie ein Karussell anfängt, entwickelt sich im Lauf dieses Theaterabends zu einer wahren "Montagne russes", so heißt das Stück "Achterbahn" mit französischem Originalnamen.

Ein älterer, wohlhabender Mann bringt eine deutlich jüngere Bekanntschaft zu sich nach Hause, während Ehefrau und Sohn auf Ski-Reise sind.

Dort hört es dann mit der Übersichtlichkeit auf, denn plötzlich tauschen die Figuren ihre Rollen. Die Eindrücke, die dann auf den Zuschauer einprasseln, wechseln nahezu im Sekundentakt. Erst stehen die Themen Ehrlichkeit und Egoismus zur Debatte, danach treten Gewissen und Schuld auf den Plan.

"Bei manchen Männern ist der amtliche auch der mentale Zustand", rechtfertigt Fremdgänger Pierre den Seitensprung gegenüber seiner Bekanntschaft. Überraschenderweise fällt am Ende aber auch das Eheproblem weg.

Das Ende der Achterbahnfahrt ist gleichzeitig Höhepunkt der Vorstellung und begeisterte am Montagabend das Publikum für einen besonders langen Applaus. Den hatten sich die beiden herausragenden Schauspieler Susanne Schäfer und Peter Bongartz ohne jeden Zweifel verdient, nicht nur fürs furiose Finale. Gerade die erste Hälfte lebt von packender Schauspielerleistung und wohldosierten humorvollen Spitzen.

Wer sich für Kommunikationsanalyse interessiert, dem wird dieses Stück besonders gefallen. "Achterbahn" wird heute Abend am Gräpelweg 8 um 20 Uhr noch einmal aufgeführt