John Turner Tower

Feuer im Wasserturm: Wirt gerettet

Lohbrügge. Lars Bargmann ist kein Mann der großen Worte: "Da habe ich wohl richtig Schwein gehabt", ist sein einziger Kommentar, als er Dienstagvormittag mit einem Taxi das Krankenhaus verlässt. Denn diese Nacht hätte für den 44-Jährigen auch ganz anders ausgehen können.

Der rothaarige Wirt der Kneipe "John Turner Tower" im Lohbrügger Wasserturm hatte am frühen Dienstagmorgen die Tür des Pubs abgeschlossen, noch ein wenig aufgeräumt, Gläser gespült und sich dann in der Wohnung über der Gaststätte ins Bett gepackt. Er hatte ein erfolgreiches, aber auch anstrengendes Osterwochenende hinter sich. Und dennoch schläft er nicht wirklich tief - glücklicherweise. Denn gegen 2.20 Uhr weckt beißender Brandgeruch den Schlafenden. Bargmann stürzt zur Wendeltreppe, doch die ist bereits dicht verqualmt. Im Erdgeschoss stehen der Tresen und der Holzfußboden in Flammen, der Aufgang im Turm wirkt wie ein Kamin. Der 44-Jährige ist gefangen, er wählt den Notruf.

Die Berufsfeuerwehren Bergedorf und Billstedt rücken an, verstärkt von den freiwilligen Helfern aus Lohbrügge. Mit einer Drehleiter wird Lars Bargmann aus dem Turm gerettet. Ein Rettungswagen bringt ihn mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Das Feuer haben die 36 Retter dann schnell im Griff.

Noch während der Löscharbeiten trifft der Betreiber der Gaststätte Björn Wendel (43) ein. "Der Tresen ist abgebrannt, der Holzfußboden angekokelt und die gerade rot gestrichenen Wände sind nun schwarz vom Ruß", berichtet er. Das Wichtigste aber sei, dass sein Barmann lebend aus dem Turm gekommen ist. "Wir werden das Pub wieder aufmachen", kündigt Wendel an: "Ich hoffe, schon in ein oder zwei Wochen wird der Schaden behoben sein."

Am Vormittag begutachteten zwei Experten der Kripo den Tatort. Das Feuer war im Mülleimer ausgebrochen, die Flammen setzten dann den hölzernen Tresen in Brand. Möglicherweise hat noch heiße Zigarettenasche den Mülleimer entzündet.

Nach dem Feuer stellt sich nun die Frage, ob der Brandschutz im Wasserturm ausreichend ist. Weder in der Kneipe noch in der darüberliegenden Wohnung waren Rauchmelder installiert. Die Brandschutztüren zur Wendeltreppe standen bei Eintreffen der Feuerwehr offen. Die innenliegende, enge Wendeltreppe ist auch der einzige Fluchtweg für den Clubraum des Pubs im ersten Stock. Dort finden nach Auskunft des Betreibers bis zu 50 Gäste Platz. "Ich habe bereits mit dem Eigentümer des Turms gesprochen", sagt Björn Wendel: "Er hat uns zugesagt, dass nun umgehend Rauchmelder installiert werden."