Bergedorf-Süd

Fünf Straßen und ein Biergarten geplant

Bergedorf. In diesem Sommer wird das Quartier Bergedorf-Süd sichtbar schöner - finden jedenfalls die Planer.

Denn sie wollen sich die chronisch zugeparkten Straßen vorknöpfen. Und den kleinen Platz hinter dem italienischen Restaurant Casa Vecchia sowie der Sushi Bar nahe der Bergedorfer Straße ganz für die Außengastronomie erobern.

Bereits sichtbarer Prototyp der Zukunft des Quartiers ist der Neue Weg. Nach dem Auswechseln des Abwasser-Hauptsiels durch Hamburg Wasser wurde der Straßenzug zwischen Brookdeich und Rektor-Ritter-Straße "den heutigen Anforderungen angepasst", wie Marko Schröder die breiten Fußwege und neu geordneten Parkplätze nennt. Der vom Bezirk mit den Planungen beauftragte Ingenieur will in ähnlicher Weise auch Rektor-Ritter-Straße, Töpferhof, Töpfertwiete, Hassestraße und den Rest des Neuen Wegs Richtung Innenstadt umgestalten, sobald Hamburg Wasser hier seine Baugruben zugeschüttet hat.

Spätestens Ende Juni werden dort die Straßenbauer anrücken. Dann soll neben den laufenden Arbeiten sogar die Erneuerung des Siels unter der Hassestraße schon abgeschlossen sein. Lediglich die Umgestaltung des zweiten Abschnitts vom Neuen Weg samt Biergarten wird nicht vor September beginnen.

"Wir werden mit der Neugestaltung den Wünschen der Bewohner des Quartiers entsprechen", sagt Marko Schröder. "Der Straßenbelag in Bergedorf-Süd bleibt Kopfsteinpflaster. Allerdings werden die Fahrbahnquerschnitte reduziert, damit wir Platz für Parksteifen schaffen." Die Fahrbahn werde künftig in den Einbahnstraßen 3,50 Meter, bei Begegnungsverkehr 4,75 Meter breit sein.

Im Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung erntete das Kopfsteinpflaster Kritik. Robert Gruber (GAL) forderte einen ebenen Straßenbelag, um Radfahrer nicht ins Schlingern zu bringen. Jörg Froh (CDU) monierte den erhöhten Geräuschpegel. Die SPD-Mehrheit wies das zurück: "Die Bürger haben sich in mehreren Veranstaltungen eindeutig für Kopfsteinpflaster ausgesprochen", sagt Bezirksversammlungs-Präsident Christoph Mallok.

Auf entsprechende Zustimmung hoffen die Planer auch für den künftigen Biergarten. Immerhin werden dort alle Parkplätze verschwinden, Laternen installiert, ein Baum gepflanzt und eine Freitreppe zum Haspa-Haus gebaut, um der Fläche "einen einladenden Charakter" zu verschaffen, wie Planerin Astrid Nickel sagt. "Bergedorf-Süd fehlen solche Treffpunkte."

Dass Platz und Straßen überhaupt umgestaltet werden können, ist ein Glücksfall: Der Bezirk nutzt die Verpflichtung von Hamburg Wasser, die Flächen nach dem Sielbau wiederherzustellen. Das Geld wird um Mittel aus dem Programm der Integrierten Stadtteilentwicklung und im Fall des Platzes auch durch Investitionen der Anlieger aufgestockt. Einziges Problem: Neu gestaltete Straßen gibt es in Bergedorf-Süd nur dort, wo zuvor Hamburg Wasser gegraben hat.