Protest

Studenten sauer: Mensa ist zu klein

Lohbrügge. Statt Sojabolognese mit Spaghetti zu essen, zogen sie gestern Mittag laut skandierend mit Protestschildern durch die Fachhochschule an der Lohbrügger Kirchstraße: "Die Mensa ist zu voll", rief Björn Voß (24) vom Fachschaftsrat Naturwissenschaften-Technik und Hunderte Studenten taten es ihm gleich.

Sie haben es satt, dass sie so schnell satt werden müssen: "Wir können kaum miteinander reden, müssen in zehn Minuten alles reinschaufeln, bevor die nächste Vorlesung beginnt", kritisiert Voß (7. Semester Verfahrenstechnik).

Auch der angehende Rettungsingenieur Kevin Neugebohren ärgert sich: "Man steht bis zu 20 Minuten in der Warteschlange, Beilagen wie Pommes oder Kroketten sind meist schon weg, und nur zwei von drei Kassen sind besetzt."

Die Hochschule, ursprünglich für 728 Studenten geplant, wird heute von 3400 Studenten besucht, die 16 verschiedene Studiengänge wählen können. "Mittags ist hier wirklich die Hölle los, platzt die Mensa aus allen Nähten", bestätigt Dekan Dr. Claus-Dieter Wacker, der eine Ursache im Doppel-Abitur-Jahrgang sieht.

500 Sitzplätze hat die Mensa, in der zehn Mitarbeiter täglich zwischen 800 und 1000 Essen ausgeben. "Wir haben Verständnis für den Protest, es ist keine schöne Situation", sagt auch Michael Gradtke. Der Abteilungsleiter für die Hochschul-Gastronomie weiß, dass es sich mittags ballt: "Der Großteil kommt zwischen 11.45 und 13.15 Uhr. Vielleicht könnte man die Seminarpausen besser staffeln." Dabei ist die Mensa montags bis donnerstags derzeit nur zwischen 11.15 und 14.30 Uhr geöffnet.

Für einen Anbau habe die Stadt kein Geld, meint Geschäftsführerin Dr. Petra Seling-Biehusen, die jetzt zumindest im Sommer Tische und Bänke auf die Terrasse vor die Mensa stellen will.

"Das ist wenigstens ein Anfang, sie haben jetzt gemerkt, dass wir stark sind", freut sich Björn Voß, der weitere Projekte vor Augen hat: "Wir wünschen uns mehr Fahrradplätze, einen Gebetsraum und einen eigenen Studenten-Kiosk, an dem auch Zeitungen verkauft werden."