Hamburg plant Bestandsaufnahme

Sportplätze - die Politik will weiter mitreden

Bergedorf. Die Karten für Sportplatz-Sanierungen und Kunstrasenplätze werden neu gemischt. Grund sind plötzlich anstehende Arbeiten im Stadion Sander Tannen, um dieses außer der Reihe regionalligatauglich zu machen.

Ob dort kommende Saison höherklassig Fußball gespielt wird, steht in den Sternen (Seite 1). Ebenso, wann Bergedorf-West einen Kunstrasenplatz erhält.

"Am Binnenfeldredder rollen bald die Bagger", der VfL Lohbrügge bekomme seinen Kunstrasenplatz, versicherte Sven Dahlgaard, Leiter des Bergedorfer Sozialraummanagements, im Ausschuss für Sport, Kultur und Schule (SKS). Wie Dahlgaard verwahrt sich auch Bezirksamtsleiter Arne Dornquast gegen Beschwerden, Politiker hätten von den Planungen für die Sander Tannen erst aus der Bergedorfer Zeitung erfahren.

Dass Bezirk und Sportamt prüften, wie das Stadion für einen Regionalliga-Aufstieg von Bergedorf 85 so umgerüstet werden kann, dass die "Elstern" dort zu ihren Heimspielen antreten können, "ist das Geschäft der laufenden Verwaltung", so Dornquast. "Die 'bz' war einfach zu schnell, sonst hätten Sie von diesem Projekt heute erstmals im Ausschuss erfahren."

Bergedorfs Politik will zeitnäher informiert werden, sagt Horst Kriegsmann (CDU): "Es macht einen dummen Eindruck, wenn eine Planung rum ist und wir auf Fragen nicht antworten können."

Unstrittig war Montag während der Ausschuss-Sitzung, dass die Sander Tannen für den Regionalliga-Betrieb vorbereitet werden. Ein neuer Zaun, getrennte Zugänge für die 85- und Gäste-Fans sowie Internet-Anschluss für die Schiedsrichterkabine bereiten den Verantwortlichen keine großen Sorgen. Dahlgaard: "Vor zwei Jahren hätte für ein solches Szenario auch eine neue Flutlichtanlage gebaut werden müssen", das hätte kaum ein Aufsteiger ohne Sponsoren und kaum eine kleine Kommune mal so eben bewältigen können. "Glücklicherweise sind die Bedingungen etwas gelockert worden."

Sorgen bereiten einigen Politikern steigende Zuschauerzahlen. "Nicht nur am Billtalstadion, auch nahe der Sander Tannen wohnen Menschen", mahnte Ute Becker-Ewe (GAL). "Werden sie erst an den Planungen beteiligt, wenn sie, wie die Bewohner des Villengebietes, laut aufschreien?"

Ob nun maximal 300 oder 400 Zuschauer zu Heimspielen kommen, mache für die Geräuschkulisse kaum einen Unterschied, befand Linken-Fraktionschef Stephan Jersch. "Anders ist das mit 50 bis 70 zusätzlichen Pkw in einem engen Wohngebiet." Die Parkplatzsituation möchte auch die Ausschuss-Vorsitzende Dagmar Strehlow (SPD) künftig analysiert sehen.

Die Kosten für die Sander Tannen werden derzeit noch ermittelt, sagt Dahlgaard. Sie sollen zwischen Bezirk und Sportamt geteilt werden, keinen Einfluss auf andere Projekte haben. Das bedeute aber nicht, dass nach dem Platz Binnenfeldredder gleich anschließend am Ladenbeker Furtweg in Bergedorf-West Kunstrasen verlegt werde. Dahlgaard: "Es wird dieses Jahr einen Zustandsbericht der Hamburger Sportstätten geben. Dann zeigt sich, welche Priorität dieser Platz erhält."

Eine andere Idee sei vom Tisch, seit der SKS gegen die Aufgabe des Sportplatzes Ladenbeker Weg vis à vis der Sander Tannen votiert hat: Mit Wohnbebauung auf dem Areal hätte Kunstrasen für den anderen Platz finanziert werden sollen.