Kampf ums Schloss

Museums-Konzept steht im Mai

Das Projekt Bergedorf-Museum nimmt Fahrt auf. Am selben Tag, als Bezirksamtsleiter Arne Dornquast Bergedorfs Kulturausschuss über den aktuellen Planungsstand informierte, hat Kultursenatorin Barbara Kisseler auf der Personalversammlung der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) dazu gesprochen:

Es ist noch viel Detail- und Überzeugungsarbeit notwendig, bis hinter die Übernahme von Schloss und Rieck-Haus ein Haken gemacht werden kann.

Als Referent in Sachen Museum ist Dornquast derzeit sehr gefragt. Nach den Freunden des Museums informierte er gestern Abend den Freundeskreis Rieck-Haus über die Pläne des Bezirks. Als nächstes ist er beim Bergedorfer Bürgerverein zu Gast.

"Wir verschließen uns keiner Zusammenarbeit für unser Museums", betont Gerd Hoffmann, Vizevorsitzender der Bürgervereins. Er war früher selbst über viele Jahre im Bergedorfer Museumsbeirat aktiv, bis der 1999 mit der Gründung der SHMH und der Eingliederung des Schlosses aufgelöst wurde. Ein neuer Beirat soll wieder die Arbeit des Museums begleiten.

Hoffmann ist auch Mitglied der Museumsfreunde, befindet den Ablauf der Mitgliederversammlung im Nachhinein als befremdlich: "Als über das Bergedorfer Konzept abgestimmt wurde, haben viele Museumsfreunde nicht mitgestimmt. Unter den Teilnehmern waren dann die Gegner in der Mehrheit."

Diese "Mehrheit" hob Dr. Olaf Matthes Montag auf der SHMH-Personalversammlung hervor. Der Museumschef erklärte die Verselbstständigung zum Projekt einer kleinen politischen Gruppe. In Wahrheit hat Bergedorfs Bezirksversammlung einstimmig gefordert, das Schloss aus der defizitären SHMH zu entlassen.

Weiterhin unklar ist die künftige finanzielle Ausstattung von Schloss und Rieck-Haus. Klarheit besteht indes zum Personal: Es soll dort weiter arbeiten, wo es heute schon tätig ist. Weil geplant ist, den Übergang von Museum und Rieck-Haus per Gesetz zu regeln, sind die Mitbestimmungsrechte des Personalrats eingeschränkt. Ein Arbeitnehmer-Vertreter auf der Personalversammlung wie auch Arne Dornquast in Bergedorfs Kulturausschuss äußerten jedoch die Überzeugung, dass für Mitarbeiter, die in der Stiftung bleiben wollten, Lösungen gefunden würden: "Wichtig ist, dass alle Stellen und das Geld dafür in Bergedorf ankommen."

Klare Vorstellungen gibt es zur Verantwortung für die Bausubstanz: Das Schloss soll künftig wie Hamburgs Polizei- und Feuerwehrwachen durch die städtische IMPF verwaltet werden. Um das Schloss stärker in das öffentliche Blickfeld zu rücken, setzt das Bezirksamt auf ein Veranstaltungsmanagement: "Es laufen Gespräche mit mehreren Interessenten", so Dornquast. Konflikte mit bestehenden Aktivitäten würden dabei vermieden: "Aber was nutzen noch so tolle Konzerte und Ausstellungen, wenn außerhalb eines kleinen Kreises kaum Bergedorfer davon erfahren?"

Bevor das Museum Thema der Hamburger Haushaltsberatungen für 2013/14 wird, soll im Mai der Hauptausschuss der Bezirksversammlung über das dann fertige Konzept des Bezirksamtes beschließen. Dornquast: "Dann liegen von der Museumsstiftung auch belastbare Zahlen vor."