Schlussspurt

Die Radstation am Bahnhof geht Ende April in Betrieb

Bergedorf. Selbst Optimisten äußerten inzwischen Zweifel, doch jetzt steht der Termin: Bergedorfs erste Radstation wird am Mittwoch, 25. April, offiziell durch Bezirksamtsleiter Arne Dornquast eröffnet.

"Wir warten darauf, dass die Telekom noch das Telefonsignal schaltet, alles andere liegt jetzt in unserer Hand", sagt Stefan Clotz, Projektleiter bei der HAB Service GmbH.

Das Tochterunternehmen der Hamburger Arbeit will nach den durch Bauverzögerungen und technischen Problemen bedingten monatelangen Verzögerungen und mehrfach verschobenen Eröffnungsterminen gleich das Komplettprogramm bieten. Es umfasst neben der elektronisch gesteuerten und von Videokameras überwachten Einstellmöglichkeit für 500 Zweiräder eine angeschlossene Werkstatt. Hinzu kommen ein Shop, der mehr bietet als nur Ersatzteile, und eine Fahrradvermietung. Clotz: "Wir starten mit 30 normalen und zehn E-Bikes, die werden die kommende Woche geliefert."

Die HAB-Verantwortlichen wollen die Bergedorfer Radstation möglichst breit aufstellen. Sie soll nicht nur den Radverkehr fördern und Menschen mit Hemmnissen den Weg in den Arbeitsmarkt ebnen. Das Haus muss sich auch selbst tragen, darf für die HAB-Tochter nicht zu einem Zuschussgeschäft werden.

Um trotz Verzichts auf Ein-Euro-Jobs zumindest eine schwarze Null zu erreichen, muss die Masse der Stellplätze vermietet werden und täglich etwa 30 Bergedorfer dort ein Rad reparieren lassen. "Experten sagen uns, das muss und das kann funktionieren, die Nähe zum Bahnhof ist ein großes Plus", sagt Gert Kekstadt, Geschäftsführer der HAB Service GmbH. Die Mitarbeiter werden nach Tarif der Zeitarbeitsfirmen bezahlt.

Neben Bergedorfs Bahnhof sollen Räder nicht nur untergestellt oder gemietet werden, "wer von der Fahrt auf einem E-Bike total begeistert ist, kann sofort eines bei uns erwerben", sagt Clotz. Später soll es auch ein eigens gefertigtes, klassisches Fahrrad im Bergedorf-Design geben.

Wo derzeit noch Wände gestrichen, Werkzeuge ausgepackt und Regale eingeräumt werden, wo ein Zweiradmechaniker und eine kaufmännische Mitarbeiterin dabei sind, sich einzuarbeiten, werden später einmal zehn Menschen teils im Schichtbetrieb tätig sein. Zur offiziellen Eröffnung sollen sich vier Zweiradmechaniker um die Kunden und ihre Räder kümmern. Derzeit sucht die HAB Service GmbH, unter anderem über die Arbeitsagentur Bergedorf, einen Zweiradmechaniker-Meister.

"Der Betrieb und möglicherweise die Leitung unserer Radstation wäre auch ohne einen Meister möglich", sagt Clotz. "Wir wollen hier aber später auch ausbilden."