Mehr Verkehrskontrollen

In 90 Minuten 15 Sünder geschnappt

Bergedorf. Die böse Überraschung ist geglückt. Gestern Vormittag sahen zahlreiche verdutzte Autofahrer auf dem Curslacker Neuen Deich plötzlich die Polizeikelle vor sich.

Freundlich aber bestimmt wurden sie aus dem fließenden Verkehr Richtung Autobahn gefischt, um in der Straße Lehfeld eine allgemeine Verkehrskontrolle über sich ergehen zu lassen.

Es war eine Überraschung, mit der die Autofahrer in Bergedorf künftig häufiger rechnen müssen. Denn das Polizeikommissariat ist um die "Dienstgruppe operative Angelegenheiten" aufgestockt worden. Ihre bisher acht und künftig sogar zehn Beamten sollen die Kollegen in diversen Bereichen unterstützen, gegenwärtig vor allem bei der Überwachung des Verkehrs.

Gestern war das Team unter Leitung von Hauptkommissar Gerken Meier auf dem Curslacker Neuen Deich sehr erfolgreich. Viele der Herausgewunkenen hatten tatsächlich etwas auf dem Kerbholz. Alltägliche Kleinigkeiten zwar, aber die wurden teuer: In den eineinhalb Stunden von 9 bis 10.30 Uhr schnappten die Beamten acht Autofahrer, die nicht angeschnallt waren. Wegen des Verstoßes gegen die Gurtpflicht müssen sie 30 Euro zahlen. 40 Euro und ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei wurden bei drei Fahrern fällig, weil sie am Steuer mit dem Handy telefonierten. Vier Mal notierten die Beamten sogar 90 Euro Bußgeld und drei Punkte, weil die Fahrzeuge bei Rot über eine der Kreuzungen des Curslacker Neuen Deichs fuhren.

Dass die Dienstgruppe operative Angelegenheiten so erfolgreich agierte, lag an "verdeckten" Ermittlungen: Gut 100 Meter vor dem Lehfeld hatten gestern zwei Kollegen den fließenden Verkehr im Blick. Vermuteten sie einen Gesetzesverstoß, wurde der Kollege mit der Kelle per Funk informiert. "Für solche Kontrollen eignet sich die Ecke Lehfeld sehr gut", sagt Hauptkommissar Meier, "aber wir sind auch Am Beckerkamp und an anderen Hauptverkehrsstraßen aktiv."

Insgesamt zehn Hamburger Kommissariate sind mit Dienstgruppen für operative Angelegenheiten verstärkt worden. Grundlage ist der Beschluss des SPD-Senats vom Mai 2011, mit 100 Beamten aus den Polizeistäben den Vollzugsdienst zu verstärken. Unklar ist noch, ob sie auch die Streifenwagen-Besatzungen unterstützen. Hier laufen Gespräche mit dem Personalrat.