Leserbrief: Schleusengraben

"Was ist bloß aus den Versprechungen geworden?"

Betr.: "Müllkippe zwischen Idylle, Moschee und Einkaufstempel", Bergedorf-Seite vom 12. 3. 2012

Den von Anne K. Strickstock überzeugend recherchierten und treffend betitelten Beitrag zum Zustand am Schleusengraben in Höhe Kaufland und Moschee kann ich vollstens unterstreichen.

Es ist erstaunlich, was aus den großmundigen Plänen und Versprechungen zum Zukunftsprojekt "Bummelmeile mit Cafe und Verweilatmosphäre am Schleusengraben" letztlich übrig geblieben ist.

Wo sind die gastronomischen Angebote?

Weder die versprochenen Angebote gastronomischer Art sind zu entdecken, noch weniger ist ein eventuell anzudockender Ponton in Sicht. Angenehme Verweildauer ohne entsprechende Sitzmöglichkeiten, - will man sich nicht in die aufgestellten Stahlkonstruktionen verkrümeln -, ist auf dieser trostlosen Rennbahn auch nicht zu erreichen. Zudem schreckt die allnachmittägliche Trinkerszene jeden gutwilligen Besucher ab.

Die weitaus größte Problematik dürfte der mangelhaften Sauberkeit entlang dieses Areals zuzuschreiben sein. Es ist erstaunlich festzustellen, dass ein Unternehmen, welches in seinen Initialen das Kürzel CCB trägt und sicherlich auf seine Kundschaft jederzeit einen guten Eindruck hinterlassen möchte, es nicht fertig bringt, draußen "vor der Hütte", sprich vor seiner Immobilie, für entsprechende Sauberkeit im eigenen Interesse zu sorgen. Zumindest wäre zu erwarten, dass Kaufland aus ästhetischen Gründen diesem Zustand ein Ende bereiten würde. Gleiches gilt für die Betreiber der Moschee.

Nicht immer zuerst nach dem Staat rufen

Natürlich ist es bequem, immer zuerst nach dem Staat zu rufen, wie Anwohner Klaus Fischer es fordert, dazu noch sofort mit dem Hinweis auf mangelnde Problemerkennung durch die Politik. Sein Hinweis, im Rahmen der Aktion "Hamburg räumt auf" der Schmutzlandschaft zu Leibe zu rücken, kann auch nur eine einmalige Abhilfe sein. Die ehedem sporadisch von Sprungbrett am Schleusengraben zur Aufrechterhaltung von Sauberkeit eingesetzten1-Euro-Kräfte gibt es aus Geldmangel nicht mehr.

Was ggf. außer dem Appell an die Vernunft der von mir genannten Anlieger übrig bleibt, ist die Möglichkeit, die sogenannten Bürgerarbeiter der Stadtmeisterei, die zu zweit die Alte Holstenstraße und das Sachsentor, - nach Auffälligkeiten Ausschau haltend -, regelmäßig patrouillieren, gleichfalls den Serrahn und den Schleusengraben in ihre Wegestrecke einbeziehen, um zumindest auf die Trinkerszene und deren Unart, ihren Schmutz einfach liegen zu lassen, abschreckend zu wirken.

Letztlich aber bleibt festzustellen, erst wenn auf diesem Areal die angedachten Cafehausangebote zumindest in den Sommermonaten installiert werden, wird aus einer Müllkippe eine innerstädtische Verweiloase!

Rüdiger-H. Bambach

FDP Bergedorf