Kolloquium

Klima kein Thema für Forscher

Lohbrügge (stri). Die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit sollten beim fünften Forschungskolloquium der Lohbrügger Hochschule am 28. März diskutiert werden.

"Aber leider mussten wir die Referenten wieder ausladen, es gab zu wenig Resonanz", heißt es bei der Fakultät Life Science. Zwar hätten Journalisten Interesse bekundet, doch wissenschaftliche Einrichtungen und Nachwuchsforscher mochten sich nicht anmelden.

Dabei ist das Thema Klimawandel aktueller denn je: Das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie hat gerade zusammen mit dem Deutschen Klimarechenzentrum neue Modellrechnungen vorgestellt, nach denen bis zum Jahr 2100 eine Erwärmung um bis zu vier Grad erwartet wird - wenn nicht die Kohlendioxidemission drastisch gemindert wird. "Wir würden weltweit mehr länger anhaltende und auch drastischere Hitzewellen haben", sagt Institutsleiter Prof. Jochem Marotzke, dessen Weltklimaprojekt mit gut drei Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert wird.

Erstmals ist es zudem gelungen, die nordatlantischen Meeresströmungen genau zu berechnen, sagt Ozean-Experte Dr. Johann Jungclaus: "Seit der Industrialisierung ist der Ozean 30 Prozent saurer geworden. Viele Organismen, wie Kalk bildende Muscheln und Korallen, passen sich nicht schnell genug an."