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Niedrige Krebsrate im Bezirk Bergedorf

Bergedorf (cr). Die räumliche Nähe zum Kernkraftwerk Krümmel lässt Bergedorfer beim Thema Krebs seit jeher aufhorchen - hatte es doch in den 1980er- und 90er-Jahren eine auffällige Häufung von Leukämiefällen bei Kindern in Geesthacht und Bergedorf (Neuallermöhe) gegeben.

Nun gibt es neue Zahlen: Das Hamburgische Krebsregister hat seine jüngste Dokumentation für die Jahre 2007-2009 als Download ins Internet gestellt ( www.hamburg.de/krebsregister ). Darin sind die Krebserkrankungen in den Bezirken erfasst - insgesamt, sowie nach Krebsarten unterteilt.

Die Untersuchungen in den 1990er-Jahren waren damals zu dem Schluss gekommen, dass es keine Hinweise "auf ein erhöhtes Leukämierisiko im Hamburger Nahbereich zu den kerntechnischen Anlagen in Krümmel/Geesthacht" gebe. Als Grund wurde unter anderem angeführt, dass viele der betroffenen Kinder gerade erst hinzugezogen waren, bei Leukämie jedoch von einer etwa zweijährigen "Latenzzeit" ausgegangen werden müsse (diese Untersuchung ist ebenfalls unter dem Link abrufbar).

Auch die jüngsten Zahlen zeigen keine statistische Auffälligkeit bei den Leukämiefällen: Bei den Männern liegt Bergedorf mit seiner Neuerkrankungsrate der Jahre 2008/09 (9,5 Fälle je 100 000 Einwohner) hamburgweit im Mittelfeld. Bei den Frauen hat Bergedorf sogar die niedrigste Rate (5,6 Fälle). Kinder sind bei den Geschlechtergruppen bereits mit eingerechnet. Eine Unterteilung nach Stadtteilen ist nicht dargestellt.

Auch bei den Krebsfällen insgesamt steht Bergedorf gut da: Mit 429,2 Neuerkrankungen bei den Männern (in 2008/09 je 100 000 Einwohner) hat der Bezirk die niedrigste Quote hamburgweit. Bei den Frauen (372,3 Neuerkrankungen) ist es die zweitniedrigste Zahl.

Jedoch handelt es sich nicht um die absoluten Zahlen, stellt ein Sprecher des Krebsregisters klar. Vielmehr werden die gemeldeten Fälle durch die Anzahl der Bevölkerung geteilt und dann mit einem sogenannten "Gewichtungsfaktor" multipliziert. Die Zahlen werden "genormt", etwa um junge Stadtteile und solche mit älterer Bevölkerung vergleichen zu können.

Die Daten und Analysen des Hamburgischen Krebsregisters sollen laut Rico Schmidt, Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, dabei helfen, "mehr über die Krankheit zu erfahren und auch die richtigen Schlüsse für die notwendige Versorgung zu ziehen". Darüber hinaus werde ein klinisches Krebsregister angestrebt, "sodass dann nicht nur Erkrankungen registriert werden, sondern zum Beispiel auch Therapien verglichen werden können".