Hallen-Suche

DJ plant große Party für Rollschuhfans

Bergedorf. Mal mussten es rote, mal blonde Haare sein - meist in der "Vokuhila"-Version. Die Jungs trugen einen schmalen Lederschlips, dazu natürlich Jeansjacke. Mädels kamen in Hotpants mit neonfarbenen Stulpen: Die 80er-Jahre waren modisch unschlagbar.

So werden es auch Tausende Bergedorfer erinnern, die zwischen 1984 und 1992 in der Lohbrügger "Rollschuhbahn Indianapolis" an der Osterrade zu heißen Songs ihre Runden drehten: "Wir haben Bands wie Cool and the Gang gehört, Bonny Tyler oder auch Earth, Wind and Fire", sagt der einstige Hausdiscjockey Heiko Schmitt, der so gern wieder in Bergedorf zu einer "Rollerskate-Party" einladen würde.

Allein: Es fehlt eine geeignete Halle, die mindestens 1500 Quadratmeter groß ist, höchstens 3500 Euro Miete kostet. "Eine große Scheune mit Betonfußboden oder eine Lagerhalle im Industriegebiet wären ideal", sagt der DJ, der schon Bergedorfs Wirtschaftsförderer um Hilfe bat. "Generell wollen wir eine solche Nutzung in Bergedorf unterstützen, aber in klassischen Gewerbegebieten ist eine Freizeitnutzung nicht erwünscht", sagt Till Bode. Und so müsse man auf einen Glückfall warten. Einer hatte sich zerschlagen: "Die Betreiber der Tennishallen am Curslacker Heerweg wollten verkaufen - aber zu teuer", erzählt Schmitt, der schon damit liebäugelt, selbst im Hamburger Osten eine gut schallgeschützte Multifunktionshalle für 3000 Leute zu bauen.

Das Rezept scheint erfolgreich zu sein, die Nachfrage ist groß: Allein bei vier "Privatpartys" im Lohbrügger Dima-Center kamen jeweils bis zu 300 Rollschuhfans. 500 Leute waren es Anfang Februar, die die ehemalige Rollschuhbahn in Berlin-West, das "Huxleys Neue Welt" besuchten. Auch in München und Hannover sucht Schmitt nach Hallen, in Bremen wurde er bereits fündig: Am 19. Mai steigt dort eine Große Rollschuhparty samt Paarlauf und "Power-Runde". Immerhin 180 000 Musiktitel - meist Funk und Soul - hat der DJ im Gepäck, davon die Hälfte auf dem Computer.

Bloß in Hamburg ist die Hallen-Suche schwer: "Die Alsterdorfer Sporthalle kostet 6500 Euro Miete, aber man muss schon um 24 Uhr raus sein. Die O2-Arena nimmt 18 000 Euro pro Tag, der Großmarkt kann nur Außenflächen stellen und in Planten un Blomen darf ich vor 18 Uhr keinen Eintritt nehmen", erkundigte sich der 42-Jährige, der schon nachmittags für Familien öffnen will, für sechs Euro Eintritt. "Ab 20 Uhr zahlen Erwachsene dann zehn Euro", plaudert der DJ aus seinem Businessplan. Wer eine passende Halle in Bergedorf kennt, kann sich bei Schmitts Firma "Music & Light" melden, Telefon 0172/303 99 90.

"Wir würden sowas in Bergedorf durchaus begrüßen." Till Bode, Wirtschaftsförderer