Fitness

Hilfe, unsere Kinder sind viel zu dick

Bergedorf (stri). Dass in einem Fruchtjoghurt genauso viel Zucker steckt wie in einer Kugel Eis (23 Gramm), ein Glas Limonade ebenso viel Zucker beinhaltet (21 Gramm) wie eine Pizza Hawaii - das ahnen wohl die wenigsten Kinder.

Und beim wievielten Big Mac sollten die Alarmglocken gesundheitsbewusster Eltern klingeln? Solche Fragen beantwortet der Lohbrügger Radiologie- und Diagnostikverbund Hanserad bei einer Veranstaltungsreihe, die morgen, 19.30 Uhr, im Spiegelsaal des Rathauses ihren Auftakt nimmt.

Seit Jahren warnen Ärzte, dass unsere Kinder immer dicker werden. Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts sind 15 Prozent übergewichtig: Das sind 1,9 Millionen Drei- bis 17-Jährige in Deutschland. Von ihnen gelten sogar 6,3 Prozent als adipös, also krankhaft fettleibig. Schon 15 Prozent aller Erstklässler sind zu dick - und futtern immer weiter: Unter den 14- bis 17-Jährigen haben schon 17 Prozent zu viel Fett auf den Hüften.

Der Leiter des Bergedorfer Gesundheitsamtes bestätigt diese Zahlen: "Wir haben 3236 Kinder aus Bergedorfs fünften, siebten und neunten Schulklassen gemessen und gewogen. Der Sprung war groß, vor allem bei den Jungen", sagt Dr. Hans-Jürgen Galle: Sei in der siebten Klasse noch jeder sechste Junge (15 Prozent) übergewichtig, waren es vier Jahre später schon 19 Prozent. Dass mehr Haupt- und Realschüler betroffen sind als Gymnasiasten, verweise auf einen sozialen Indikator. Mangelnde Bewegung und schlechte Ernährung tun ihr übriges. "Wir müssen darauf achten, was in den Schulkantinen und Kiosken ausgegeben wird", mahnt Galle.

Mit der HAW und dem Institut für Lehrerfortbildung ist an der Grundschule Friedrich-Frank-Bogen das Projekt "Prima Kids" angelaufen. "Hier waren immerhin schon 30 Prozent von 189 Kindern übergewichtig", sagt der Gesundheitsamtsleiter. Welche weiteren Programme helfen können, wird morgen Dr. Kathrin Hauschildt-Rückbrodt vom Bergedorfer Jugendgesundheitsdienst berichten. Mit ihr wollen der Ex-Schulleiter Gerhard Lein (SPD), Erziehungswissenschaftler Dr. Jan Erhorn sowie der Bergedorfer Neurologe Dr. Gerhard Winkler das Thema beleuchten.

Weitere Gesundheitsthemen greift die Diskussionsrunde künftig auf der Sternwarte am Gojenberg auf. Die TSG, die mit der Hanserad-Akademie kooperiert, wird die geistige und körperliche Fitness der Bergedorfer aufs Korn nehmen: Herz-Kreislauf-Beschwerden und Rückenschmerzen stehen bereits auf der Themenliste.