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Bergedorfer Gesprächskreis feiert in Kairo Jubiläum

Bergedorf (he). Für Kurt A. Körber war der 1961 gegründete Bergedorfer Gesprächskreis seine "beste Erfindung". Zunächst sollte es um die Industriegesellschaft und ihre Folgen gehen, doch bereits Mitte der 60er-Jahre rückte der Ost-West-Gegensatz in den Fokus.

Als Zeuge der Vernichtung Dresdens durch alliierte Bomber kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs hatte sich der Unternehmer dem Frieden verschrieben. Aus seiner Sicht galt es, die Grenzen der politischen Blöcke zu überwinden. Bereits 1966 gehörte der Hauni-Gründer zu den Gastgebern einer hochrangigen sowjetischen Delegation in Hamburg. Ein Jahr später bereiste er auf Einladung eines "Komitees zum Schutz des Friedens", die UdSSR.

Zunächst in Bergedorf, später in wechselnden Orten sprachen und sprechen Spitzenpolitiker, Politberater und Diplomaten miteinander und mit Wissenschaftlern und Querdenkern.

Die hohe Qualität der Diskussionen hinter verschlossenen Türen sorgt bis heute für großes Interesse und öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber den veröffentlichten Protokollen. Seit 1995 leitet Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker die dreimal jährlich stattfinden Gesprächsrunden.

Am morgigen Donnerstag kommen die Teilnehmer zum 150. Gesprächskreis in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zusammen. 20 Jahre nach Körbers Tod ist der Gesprächskreis zum Zentrum eines Netzwerks diverser politischer Gesprächforen geworden, von den Polit-Frühstücken in Berlin bis zu den "Körber Debates" für politische Nachwuchskräfte.