Leserbrief: Allermöher Schulen

"Die Schulen leiden zu Unrecht an dem schlechten Image des Stadtteils"

Betr.: "Bergedorfer Stadtteilschulen beliebter als die Gymnasien", Bergedorf-Seite vom 29. 2. 2012

Als langjährige Bewohnerin des Stadtteils Neuallermöhe und Mutter zweier Töchter, von denen eine am Gymnasium Allermöhe ihr Abitur gemacht hat, die andere an der gemeinsamen Oberstufe der Stadtteilschulen, weil es vor vier Jahren noch keine eigene Oberstufe an der damaligen GSA (heute Gretel-Bergmann-Schule) gab, die sie bis zur 10. Klasse besucht hat, bin ich die ignorante und arrogante Beurteilung der Schulen in diesem Stadtteil und die Abwertung des Stadtteils an sich lange gewöhnt und rege mich allmählich nicht mehr jedes Mal auf.

Zur Einschätzung Herrn Schrums (hat er sich als Kreiselternrats-Vorsitzender und Mitglied der Bezirksversammlung und des Ausschusses für "Verkehr und Inneres" mit den Schulen in Neuallermöhe noch nie befasst?) möchte ich aber doch etwas anmerken:

Die Namensgeberin Gretel Bergmann wurde ausgewählt, weil sie zu dieser Schule in diesem Stadtteil passt: Sie war 1936 die beste Hochspringerin der Welt, durfte als Jüdin aber nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. (Wer mehr über sie erfahren möchte, kann sich auf der Homepage der Gretel-Bergmann-Schule informieren.)

Die Gretel-Bergmann-Schule trägt das Prädikat "sportbetonte Schule" und kooperiert mit einem Sportverein, dem SV Allermöhe. (Alles weitere, z. B. die kulturellen Schwerpunkte, würde den Rahmen dieses Leserbriefs sprengen.)

Vielleicht hätte Herr Schrum sich darüber kurz informieren sollen, bevor er ein Sportprofil empfiehlt, damit die Anmeldezahlen sich verbessern.

Meiner Meinung nach leiden das Gymnasium Allermöhe und die Gretel-Bergmann-Schule vollkommen zu Unrecht an dem schlechten Image des Stadtteils, an dem leider auch immer wieder die Medien stricken, aber sehr gerne auch Menschen, die noch nie hier waren, geschweige denn die Schulen beurteilen könnten. Dagegen sind wir leider in all den Jahren engagierter Elternarbeit und versuchter Öffentlichkeitsarbeit nicht angekommen, und die jetzigen Eltern und Schulleitungen werden sich wohl auch weiterhin vergeblich die Zähne an den öffentlichen Vorurteilen ausbeißen.

Und das ist schade, denn natürlich ist auch hier, wie an jeder anderen Schule (!) nicht alles perfekt, aber eine genauso gute Schulbildung wie an den anderen mit einem besseren Image ausgestatteten Schulen in Bergedorf, erhalten die Schüler und Schülerinnen in Neuallermöhe ganz sicher.

Ulrike Kirschner

21035 Hamburg