Bilanz

Viel Lob für Alkoholverbot

Bergedorf (upb). Wer in Hamburgs Bussen und Bahnen Bier oder Schnaps trinkt, fliegt raus. Seit einem halben Jahr gilt absolutes Alkohol-Konsumverbot im Gesamtnetz des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV).

Ein Schritt in die richtige Richtung, wie eine Umfrage unter den Fahrgästen und Zahlen der Verkehrsbetriebe jetzt belegen.

Mit 85 Prozent der befragten Passagiere begrüßt eine große Mehrheit das Verbot als Schritt in die richtige Richtung. Auch seine Durchsetzung scheint gelungen: Nur fünf Prozent äußerten sich unzufrieden darüber, dass trotz des Verbots noch Alkohol konsumiert wird.

Die Sicherheitskräfte der im HVV zusammengeschlossenen Verkehrsbetriebe betonen, dass sie das Verbot "situationsabhängig und maßvoll" umsetzen. So genüge oft ein deutlicher Hinweis, damit eine Bierdose im Müll landet oder ein Flachmann wieder verschlossen wird. Das gelte auch für Zeiten großen Andrangs, wie etwa bei Fußballspielen oder Konzerten. Nur in 2200 Fällen musste bisher die vorgesehene Strafe von 40 Euro verhängt werden. Zudem wurden 2950 mündliche Verwarnungen aktenkundig.

Insgesamt, so die Einschätzung des HVV, sind die Züge heute sauberer als vor dem Verbot. Vor allem gebe es deutlich weniger leere Flaschen, aber auch die klebrigen Flüssigkeitsreste auf dem Fußboden sind selten geworden.

Für die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) sieht Sprecher Rolf Westphalen kaum Veränderungen durch das Verbot: "Ein Alkoholproblem gab es eigentlich nur in den Zügen. Unsere Linienbusse sind dagegen wegen des stets anwesenden Fahrers weitgehend von Trink-Exzessen verschont geblieben."

Erfolgreicher als das Verbot sei im Kampf gegen den Alkohol die Einstiegspflicht an der vorderen Bustür, für die Bergedorf bereits seit einem Jahr Testgebiet ist. "Gewöhnlich genügt der Hinweis vom Fahrer beim Einsteigen und die Getränke verschwinden", sagt Westphalen, der begrüßt, dass diese Pflicht ab Montag nun im gesamten Gebiet des HVV gilt.