Fußballer-Nachwuchs

Traum von Spielen gegen Dortmund, Split und Moskau

Neuallermöhe (upb). Sie gehören zu den Besten, die Hamburg Fußballer-Nachwuchs zu bieten hat: Die elf Jahre jungen Kicker der älteren E-Jugend des SV Nettelnburg/Allermöhe sind am Wochenende Dritte der Hamburger Hallenmeisterschaft geworden.

Ganz knapp hinter dem HSV und gleichauf mit St. Pauli, dessen Nachwuchs sie im direkten Vergleich ein 0:0 abtrotzten.

"Die Jungs sind einfach klasse. Sie halten zusammen, sowohl auf dem Feld als auch außerhalb. Da spielt es keine Rolle, dass sie aus neun verschiedenen Nationen zusammengewürfelt sind", sagt Collin Jacobs (41), Vater des Torwarts Louis, der mit seiner deutsch-kasachischen Familie gleich neben dem Sportplatz 2000 am Marie-Henning-Weg wohnt. "Ein typisches Neuallermöher Team also."

Entsprechend international soll es nun auch beim nächsten großen Turnier des Teams weitergehen. Denn die Mannschaft will Anfang August in Danzig dabei sein, wenn es um die "Eurohoffnungen" geht. Dort sind neben ihnen dann so namhafte Clubs wie Lokomotive Moskau, Hajduk Split, Feyenoord Rotterdam und Borussia Dortmund am Start. So gar die Boca Juniors aus Argentinien haben gemeldet.

Die Anmeldung der Neuallermöher als Vertreter Hamburgs ist von den Organisatoren bereits bestätigt. Doch ob der Traum von der Teilnahme für die jungen Kicker in Erfüllung geht, ist längst nicht sicher. "Bei vielen Familien sprengen die Reisekosten die Haushaltskasse, auch weil mancher der Jungs nicht ohne ein Elternteil ins Ausland reisen mag", sagt Collin Jacobs. Neben der Unterbringung mit 40 bis 50 Euro pro Person schlage der Reisebus mit 3500 Euro zu Buche, als rund 100 Euro zusätzlich je Teilnehmer.

Um die Reise den Nachwuchskickern trotzdem zu ermöglichen, hat der SV Nettelnburg/Allermöhe eine besondere Aktion gestartet. Auf der Homepage des Teams wird unter www.svna2001.de zu Spenden für die Fahrt aufgerufen. Rechnerisch kostet jeder gefahrene Kilometer 1,75 Euro, eine Tabelle gibt den jeweils aktuellen Reisestand an. Gestern hatte der Bus der jungen Fußballer Lübeck erreicht. Das sind 60 der insgesamt gut 2000 Kilometer langen Strecke, die einschließlich der Fahrten innerhalb Danzigs zurückzulegen sind. Noch ist die Reise also ein Traum.