Theater

Verbale Schlammschlacht irritiert das Publikum

Bergedorf. Dass einst Verliebte nur noch über Anwälte kommunizieren, soll häufig passieren. Dass Stiletto-Absätze zersägt, eine Katze überfahren und ein Hund zu Pastete verarbeitet wird, ist Gott sei Dank selten. Und doch trugen die Details zum unterhaltsamen Abend im Haus im Park bei.

Das Ensemble der Landesbühne Rheinland-Pfalz spielte "Der Rosenkrieg". Das Werk des Amerikaners Warren Adler wurde 1989 berühmt, als Danny DeVito es mit Kathleen Turner und Michael Douglas verfilmte. An ihrer Stelle waren Susann Fabiero und Martin Semmelrogge das Ehepaar. Semmelrogges Sohn Dustin spielte einen Arzt.

Zum Handlungsablauf: Nachdem Anwalt Rose in die Klinik eingeliefert wird, bemerkt seine Frau Barbara, dass sie gern ohne ihn leben möchte und fordert die Scheidung. Als wäre der Einstieg nicht schon makaber, folgt eine Reihe von gemeinen Streichen, mit denen sich die Noch-Lebenspartner versuchen aus dem gemeinsamen Haus zu drängen. Fieser als das Hauen einiger Beulen in den Ferrari des Gatten, wirken die verbalen Tiefschläge. Worte wie "du Hurensohn" sorgten in den Rängen für fassungslose Gesichter und die Frage, ob diese sprachliche Brutalität sein muss. Die Beleidigungen wirkten teils deplatziert. Unterhaltsam war es trotzdem.

Die liebevoll gestalteten Bühnenbilder, die urkomischen Szenen und die eigenwilligen, auf ihre Art böswilligen Charaktere, amüsierten das Bergedorfer Publikum. Nach besonders schlagfertigen Dialogen gab es spontanen Applaus.

Das untergehende Eheleben endet in einer Schlammschlacht, die jeden Scheidungsanwalt freuen würde.

Mit Liebe hat die Ehe für die Landesbühne Rheinland-Pfalz nichts zu tun. Aber Hass bietet wohl die bessere Vorlage für einen zynisch bösen Theaterabend.