Umfrage

Lichtwarkhaus endlich ins Zentrum rücken

Bergedorf. Obwohl es sehr versteckt am Schleusengraben, im Schatten von Bergedorfer Straße und Wohngebäuden in eine Art Dornröschenschlaf gefallen ist, liegt das Lichtwarkhaus vielen Bergedorfern sehr am Herzen.

Mehr als 250 Bürger beteiligten sich an der Umfrage zum Thema "Ein neuer Frühling für das Lichtwarkhaus", wollen es ins rechte Licht rücken und machten Vorschläge für eine verbesserte Nutzung. Zur Präsentation der Ergebnisse lädt Stadtplaner und Architekt Rolf Kellner von "überNormalNull", Büro für Kunst, Bauen und Stadtentwicklung, für Dienstag, 28. Febuar, 19 Uhr, ins Lichtwarkhaus, Holzhude 1, ein.

Allerdings verrät er schon ein bisschen von dem, was sich die Bürger vorstellen. "Viele wünschen sich ein Café. Nicht im Sinne einer Konditorei, sondern als Treff. Wo zum Beispiel auch junge Mütter klönen können, ohne viel zu konsumieren", sagt der Architekt. "Ganz wichtig ist es, dass die Wasserlage besser genutzt wird", berichtet er. Womit eine Brücke zur Historie geschlagen würde. Schließlich war der Ort, an dem heute das Lichtwarkhaus steht, Bergedorfs altes Hafengebiet. Dort arbeiteten Schiffszimmerer, Kohlenhändler hatten ihre Lagerplätze - bis Ende der 1950er-Jahre das Kulturzentrum Lichtwarkhaus geplant wurde und die alten Gewerbe teils mit dem Abrissbagger vertrieben wurden.

Gern würden die Bergedorfer den Ponton im Schleusengraben als Anleger für Paddler und Kanuten genutzt sehen. "Kleine Chöre möchten einen Auftrittsort haben, auch würde eine Schulaufführung im Lichtwarkhaus anders wahrgenommen als eine in der Aula", fügt Kellner hinzu. In diesem Kontext wäre vielleicht an das Anheben der Saaldecke zu denken, um auch gefühlt einen Saal zu bekommen.

Kellner betont, das Potenzial des Hauses müsse genutzt werden. Besonders vor dem Hintergrund, dass der Süden Bergedorfs über längere Zeit etwas stiefmütterlich behandelt wurde, dort nun aber viel gebaut werden solle. "Jetzt haben wir eine Chance, die sich an dieser Stelle nie wieder ergeben wird." "Die Menschen, die dort hinziehen, werden ein Community Center, ein Bürgerhaus, brauchen."