Frost

Auf dem Friedhof rattert der Hammer

Bergedorf (tv). Die schlimmste Kälte ist vorbei, und die Menschen in Bergedorf hoffen nun auf den Frühling. Den Mitarbeitern auf dem Friedhof aber wird der jüngst vergangene Wintereinbruch noch eine Zeit lang zu schaffen machen.

"Dieser Frost hat gesessen", sagt Maschinenführer Aleksej Reddich. "Weil kaum Schnee auf der Erde lag, fehlte die Isolationsschicht, und der Boden ist bis zu 70 Zentimeter tief gefroren." Reddich und seine Kollegen müssen voraussichtlich noch in den nächsten zwei Wochen schweres Arbeitsgerät einsetzen, um Gräber auszuheben. Das kostet viel Kraft - und Zeit.

Ganz systematisch, Scholle für Scholle, sprengt der Maschinenführer den steinharten Boden mit einem Bohrhammer auf, angetrieben durch den Baggermotor. Der Bagger selbst kommt mit seinen Schaufeln erst zum Einsatz, wenn Reddich in weichere Bodenschichten durchgedrungen ist.

Normalerweise dauert es etwa eine Stunde, eine Gruft für eine Erdbestattung auszuheben. Doch unter diesen erschwerten Bedingungen haben der Maschinenführer und Baggerfahrer Friedrich Kurz länger als drei Stunden damit zu tun - vorzugsweise am Vormittag, wenn der Lärm möglichst wenige Besucher stört. "Zum Glück haben wir heutzutage mehr Urnen- als Erdbestattungen", sagt Friedrich Kurz. "Da sind die Gräber schneller offen." Im Jahr 2011 gab es in Bergedorf 437 Urnen- und 271 Erdbeisetzungen.