Comedy-Wochen

Der Beckenboden im Schwimmbad

Lohbrügge. Über fünf Jahre war es her, dass Lutz von Rosenberg Lipinsky zuletzt in der Lola aufgetreten ist. "Fürchtet euch nicht!" war diesmal sein Thema, wobei der bühnensichere Kabarettist locker an verschiedenen Angstmachern vorbeischlenderte.

Da gibt es etwa den weithin unterschätzten Beckenboden: "Vor der Geburt meines Kindes dachte ich, Beckenböden gebe es nur im Schwimmbad".

"Wir wollen uns fürchten, denn Fürchten macht Spaß", meint der 46-Jährige und hechelte von BSE zu EHEC, von Tschernobyl über Stuttgart 21 bis hin zur Elbphilharmonie - von Rosenberg Lipinsky will zum Nachdenken auffordern, die großen Lacher erschallen somit nur bei ganz derben Sprüchen, die das Programm gelegentlich auflockern.

Über zwei Stunden konnte von Rosenberg Lipinsky sein Publikum angstfrei unterhalten. Er selbst habe bloß Höhenangst und "die üblichen politischen Ängste".

Dennoch: "Er könnte mir gern etwas politischer sein", sagt Petra Stegemeyer aus Bergedorf. Die 58-Jährige besucht regelmäßig Kabarettstücke, kannte von Rosenberg Lipinsky vorher noch nicht. Ralf Degen (69) hingegen ist zufrieden: "Er ist der Erste, bei dem ich im Fernsehen nicht abschalten würde, obwohl er nicht sehr politisch ist".

Etwas mehr Schmackes ist bei den zehnten Bergedorfer Kabarettwochen zu erwarten, wenn am 28. Februar Jürgen Becker im Haus im Park auftritt: "Der Künstler ist anwesend", verspricht sein Programm. Ein Höhepunkt der Comedy-Kunst ist zudem am 24. März zu erwarten, wenn Leo Bossi mit "Utopia" Hamburg-Premiere feiert, auf leicht verständlichem Englisch das Publikum am Gräpelweg bewegen will. Karten kosten 13 bis 27 Euro und können beim Lichtwark-Ausschuss (Tel. 428 91 20 06) gekauft werden.