Stadtteilkulturzentrum

Neuer Kampf für Aufwertung des KulturA gestartet

Neuallermöhe. Neuer Anlauf für die Aufwertung des KulturA: Um in die Liga der Lola und anderer Hamburger Stadtteilkulturzentren aufzusteigen, fordert das Bezirksamt von Hamburg eine feste jährliche Förderung für die Neuallermöher Institution in Höhe von 79 000 Euro. Fließen soll das Geld ab 2013.

Doch noch wird hier nach dem Prinzip Hoffnung gehandelt. Denn eigentlich ist das Geld gar nicht da, sondern eben nur eine Forderung. Formuliert wird sie vom Amt - und jetzt auch einstimmig vom Kulturausschuss der Bezirksversammlung - in der Stellungnahme zum Verteilungsschlüssel für die Stadtteilkulturmittel im Doppelhaushalt 2013/14. Der Trick: Bergedorf nimmt die in Aussicht stehenden 330 000 Euro, aus denen die Lola sowie das Kultur- & Geschichtskontor bezuschusst werden, und setzt sie ins Verhältnis zu den hamburgweit ausgeschütteten 5,28 Millionen Euro. Ergebnis: Es fehlen genau 79 000 Euro, um auf jene 7,1 Prozent zu kommen, die die 120 000 Bergedorfer an der Bevölkerung der Hansestadt ausmachen.

Doch die Absage kam schon in der Kulturausschuss-Sitzung am Montag: Werner Frömming, in der Behörde für Stadtteilkultur zuständig, lobte zwar die Bergedorfer Initiative für das KulturA. "Aber ich muss jede Umverteilungsforderung als Aufruf zur Kannibalisierung werten. Denn unser Etat ist schon für die jetzt geförderten Häuser kaum auskömmlich", sagte er den Kulturpolitikern. "Was zusätzlich nach Bergedorf fließt, sogar in ein nicht von uns gegründetes Haus, muss anderswo gekürzt werden. Das widerspricht unserer Philosophie, geförderte Zentren solide und dauerhaft zu finanzieren."

Eine Sichtweise, die Bergedorfs Sozialdezernentin Angela Braasch-Eggert als "Urschlamm-Theorie" brandmarkt: "Es kann nicht sein, dass ein Stadtteil wie Neuallermöhe zwar über das ausgesprochen gut besuchte und hervorragend betriebene KulturA verfügt, aber bei der Bezuschussung der Behörde draußen vor bleibt", macht sie ihrem Ärger Luft. Weil sie aber die Behörde nicht zum Umdenken zwingen kann, bleibt Braasch-Eggert pragmatisch: Die 79 000 Euro hat ihr Fachamtsleiter Sven Dahlgaard zumindest vorerst schon aus anderen Töpfen des Bezirks zusammengetragen.