Schloss

Museum und zugleich Tourismus-Magnet

Bergedorf. Die Verantwortlichen rechnen mit breitem Interesse, Bezirksamtsleiter Arne Dornquast wird sein Eckpunktepapier zu einer künftigen "Museumslandschaft Bergedorf" dem Kulturausschuss und den vielen erwarteten Gästen daher heute im Spiegelsaal des Rathauses vorstellen.

Eine allgemeine Diskussion möchte Ausschusschefin Dagmar Strehlow (SPD) jedoch nicht zulassen. "Im Einzelfall kann das Wort erteilt werden, vorrangig aber sollen die Experten gehört werden."

Eingeladen zu der um 17.30 Uhr beginnenden Sondersitzung sind Vertreter der Kulturbehörde und der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH). "Ebenso der Leiter des Bergedorf-Museums, Dr. Olaf Matthes, der Vorsitzende der Museumsfreunde und weitere; wir wissen aber nicht sicher, wer den Termin wahrnimmt", sagt Strehlow.

Mangelndes Publikumsinteresse muss indes niemand fürchten: Die Zukunft von Schloss und Rieck-Haus sowie die teils harschen Diskussionen, ob eine Herauslösung aus der Hamburger Museumsstiftung der richtige Weg ist, feuerten schon die Beratungen im Bergedorfer Museumsratschlag an. Inzwischen ist die Frage der finanziellen und personellen Mindestausstattung ein Politikum. Der öffentliche Streit wird zusätzlich "gewürzt" von der SHMH-Entscheidung, Dr. Matthes vier von fünf Tagen die Woche aus dem Bergedorfer Schloss nach Hamburg abzuziehen.

Der Konzept-Entwurf des Bezirksamtes nennt nicht nur Mindeststandards für die Übernahme der Häuser und die Notwendigkeit, je nach Nutzung, zusätzliches Personal einzustellen. Das Papier sieht zwei Möglichkeiten für die inhaltliche Ausrichtung eines Heimatmuseums, das die Aufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln beibehält. Es solle sich zugleich in der Region verankern, wechselnde Sonderausstellungen bieten und verstärkt mit Schulen und weiteren örtlichen Akteuren kooperieren. Die Verfasser sind zuversichtlich, dass Sponsorenmittel eingeworben werden können. Sie wollen zugleich sicherstellen, dass Bergedorf weiterhin Geld aus dem SHMH-Fonds für Sonderausstellungen erhält. Als Alternative wird für Schloss und Rieck-Haus eine zusätzlich stärker touristische Ausrichtung vorgeschlagen.

Für eine Standortstärkung sind jährliche Großveranstaltungen gedacht und zeitlich begrenzte Themen-Schwerpunkte - statt Dauerausstellung. Dafür müsste in Ausstellungsräume und das historische Kellergewölbe investiert werden. Personal für das Veranstaltungsmanagement beider Häuser will das Bezirksamt über zusätzliche Einnahmen finanzieren.

Veränderungen streben die Verfasser auch für die Gebäude an: Das Schloss soll in die Verwaltungszuständigkeit der Hamburgischen Immobilien Management Gesellschaft übergeben werden, die bereits viele öffentlichen Gebäude betreut. Der Bezirk will als Mieter auftreten. Auch für den Betrieb des Schlosscafés will der Bezirk eine Änderung. Die Pacht soll nicht länger über die Museumsfreunde an die SHMH fließen, sondern künftig an das Bezirksamt "als Betreiber des Schlosses".

"Vorrangig sollen die Experten zu Wort kommen."

Dagmar Strehlow (SPD), Kulturausschussvorsitzende