Kulturzentren

Behörde will Bergedorf weiter benachteiligen

Bergedorf. Wie viele Anläufe der Bezirk schon unternommen hat, um eine Gleichbehandlung der Bergedorfer mit Hamburger Kultureinrichtungen durchzusetzen, wissen nicht mal mehr Fachpolitiker.

Doch das Bezirksamt gibt nicht auf: In einer Vorlage an den Kulturausschuss empfiehlt es, der Neuordnung der Rahmenzuweisungen nur unter der Bedingung zuzustimmen, dass künftig auch das KulturA in die Kulturförderung aufgenommen wird: 79 000 Euro will Bergedorf von Hamburg dafür haben.

"Das wird schwierig. Weil der Topf nicht größer wird, müssten andere Stadtteilkultureinrichtungen Geld abgeben", sagt Dagmar Strehlow (SPD), Vorsitzende des Sport- und Kulturausschusses. Dennoch seien Bergedorfs Forderungen zwingend: "Bislang ist noch nicht mal Neuallermöhe bei der Mittelvergabe berücksichtigt. Dabei soll Bergedorf nach dem Boberger Dorfanger und dem Güterbahnhof nun mit den Glasbläserhöfen und am Schleusengraben noch weiter wachsen."

Einwohnerzahlen sollen nach dem Willen der Kulturbehörde künftig jedoch keine Rolle mehr spielen, der "Einwohnerwert" nur zu fünf Prozent Eingang in den Vergabeschlüssel finden. Auch die Zahl der Besucher soll mit elf Prozent nur eine geringe Bedeutung haben. Die Ressourcen der geförderten Einrichtungen (47 Prozent) und die "Arbeitsergebnisse" (37 %) sollen dominieren.

Ein solches Verfahren liefe auf die Betonierung der Ungleichbehandlung hinaus. Von gut 5,8 Millionen Euro erhält Bergedorf nach dem bisherigen Schlüssel 330 000 Euro. "Das entspricht gerade 5,7 Prozent, dabei leben in Bergedorf 7,1 Prozent der Einwohner Hamburgs", sagt Sven Dahlgaard, Leiter des Fachamts für Sozialraummanagement im Bezirksamt. Von der Gesamtsumme fließen 226 500 Euro ans Stadtteilkulturzentrum Lola. Knapp 54 000 Euro erhält Bergedorfs Kultur- und Geschichtskontor, knapp 50 000 Euro stehen für die Förderung von Einzelprojekten zur Verfügung. Das KulturA geht bislang leer aus, ist auf knappe Bezirksmittel angewiesen, die eigentlich für Bürgerhäuser gedacht sind.

Die öffentliche Ausschuss-Sitzung beginnt heute bereits um 17 Uhr im KinderKulturhaus am Lohbrügger Markt.