HAW

Neues Stipendium für einen qualifizierten Biogas-Forscher

Lohbrügge (kb). Der Grundstein ist gelegt. Mit einer gemeinsamen Graduiertenschule der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) und der Universität Hamburg wird es auch an der HAW eine strukturierte Doktorandenausbildung geben.

Es werden acht Promotionsstipendien vergeben, die auf drei Jahre ausgelegt sind.

Von den acht Stipendien gehen drei an die HAW. Zwei werden am HAW-Standort Berliner Tor betreut. Das dritte geht an die Lohbrügger Kirchstraße. Prof. Paul Scherer, Experte für die Optimierung von stromerzeugenden Biogasanlagen, hat sich zum Ziel gesetzt, Mikroorganismen in Biogasanlagen zu steuern. Bislang läuft das über die von ihm erfundene sogenannte Fuzzylogik-Regelung. Über drei gemessene Parameter werden Biogasanlagen vollautomatisch gesteuert und erzielen eine höhere Gas- und damit auch Energieausbeute. Angestrebt wird, die Mikroorganismen genau dann Biogas produzieren zu lassen, wenn es für die Verstromung gebraucht wird. Dazu müsste die Produktion also an- und abgeschaltet werden können. An In dieser Forschung soll der junge Stipendiat mitwirken.

Scherer sieht in der Verstromung von Biogas große Chancen. "Polen will zum Beispiel Biogas zum Energieerzeuger Nr. 1 im Land machen", sagt Scherer. Vor dem Hintergrund von 30 Millionen Hektar brach liegender landwirtschaftlicher Flächen in Russland böten sich große Anlagen an, die zum Beispiel Futterrüben vergären.

Die Kooperation von Uni und HAW bietet neben der Forschungsarbeit Vorlesungen, gemeinsame Vortragsseminare, Workshops und eine Summer School. Finanziert wird die Graduiertenschule durch die Forschungs- und Wissenschaftsstiftung. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren gibt es im Internet: www.chemie.uni-hamburg.de/gs-smartgrids/index.html.

"Polen will Biogas zum Energieerzeuger Nr. 1 machen."

Prof. Paul Scherer, HAW-Experte für Einsatz und Nutzung von Mikororganismen