Demo

Lautstarker Schüler-Protest

Bergedorf/Hamburg. "Wir wollen Bücher", tönte es gestern aus etwa 300 Schülerkehlen im Center "Hamburger Meile" vor der Schulbehörde an der Hamburger Straße.

Schüler, Lehrer und Bibliothekare aus insgesamt neun Hamburger Schulen beteiligten sich an der Demonstration, zu der das Gymnasium Bornbrook aufgerufen hatte. Die Behörde verschloss zunächst ihre Türen, dann jedoch empfing Schulsenator Ties Rabe (SPD) eine achtköpfige Delegation von Schülern und Lehrern, um sich deren Argumente anzuhören. Vor der Tür der Behörde gab es unterdesse erregte Diskussionen. "Ich kann überhaupt nicht verstehen, weshalb ein Projekt, das so weit gediehen ist und auch Früchte trägt, jetzt einfach gestrichen wird", sagte etwa Claudia Wegelt, Lehrerin am Gymnasium Bornbrook.

Vor drei Jahren startete die Schulbehörde ein Pilotprojekt an neun Schulen, an denen für insgesamt vier Millionen Euro Bibliotheken eingerichtet wurden, die neben Büchern auch Zugang zu anderen Medien wie dem Internet gewährten. Auch wurden Stellen für Bibliothekare geschaffen.

"Die hervorragend ausgestatteten Bibliotheken können die Schulen ja auch behalten. Eine Weiterführung des Projektes in vollem Umfang, unter Beibehaltung der Bibliothekarsstellen, ist aber nicht finanzierbar", sagte der Pressesprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht.

An den gut ausgebildeten Bibliothekaren liegt gerade den Schülern viel. "Seitdem wir unsere Bibliothekarin haben, ist das Lernen für die Referate viel einfacher geworden", sagte Lukas (14) von der Gretel Bergmann Schule. Sarah (12) vom Gymnasium Bornbrook fügte hinzu: "Die Bibliothek ist nicht mehr wegzudenken. Wir sind auf sie angewiesen und auch auf die Bibliothekarin."

Immerhin gab es aufgrund des lautstarken Protestes vor ihrer Tür ein vorsichtiges Einlenken der Behörde. "Wir haben die Schulleiter für Anfang Februar eingeladen, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen", so Peter Albrecht.