Leserbriefe: Anzeige

"Das ist eine peinliche Posse"

Betr.: "Anzeige zum Bergedorfer Schloss" vom 14. 1. 2012

Peinlich - braucht Herr Dr. Olaf Matthes, Leiter des Museums für Bergedorf und die Vierlande, eine teuer bezahlte Anzeige seiner Anhänger in der Lokalpresse?

Ein solch personalisiertes Loblied ist einzig in der Geschichte der Hamburger Museen und überschreitet die Grenze zur Lächerlichkeit.

Ein Kernsatz der Anzeige spricht doch freilich für sich. "Das Museum kann sich sehen lassen und hat viele Besucher verdient."

Das ist das verklausulierte Eingeständnis: Das Museum hat immer weniger Besucher.

Die gewählte Vertretung der Bergedorfer Kommune hat beschlossen, dass das Bergedorfer Museum aus der "Stiftung Historischer Museen Hamburg" ausgegliedert wird, um es in die Obhut des Bergedorfer Bezirkes zu geben.

Dieser Beschluss hat seine Ursachen, und zu ihnen gehört nicht nur die Unterfinanzierung des Museums, sondern leider auch das Versagen des Leiters.

Die Misere des Bergedorfer Museums hat einen Namen: Dr. Olaf Matthes. Zugegeben, ihm stehen nicht gerade sprudelnde Geldquellen zur Verfügung, aber er hat fähige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, gefüllte Magazine und Archive, und er hätte Sponsoren in der Kommune, wenn er sie denn suchen würde.

Er nutzt all diese Ressourcen nicht.

Dr. Olaf Matthes möge das Bergedorfer Schloss wieder in den Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens bringen, die gähnende Leere des Museums wieder mit Besuchern füllen, angezogen von interessanten Ausstellungen über die Region, er möge öffentlichkeitswirksame Hefte publizieren und er würde allgemeine Anerkennung erhalten, auch in der Heimatpresse. Aber teure Anzeigen?

Gekauftes Lob? Eine peinliche Posse! Bergedorf hat Besseres verdient.

Bernhard Nette, 21029 Hamburg