Satellitenfernsehen

Wer nicht umrüstet, schaut ab dem 30. April in die Röhre

Bergedorf (ts). Ab Montag, 30. April, wird alles schärfer, zumindest im Fernsehen. Dann wird in Deutschland der digitale Satellitenempfang den bisherigen analogen ablösen.

Vorteil für die Fernsehzuschauer ist das bessere Bild. Wermutstropfen für die Besitzer älterer Sat-Empfänger und -schüsseln: Wollen sie nicht in die (schwarze) Röhre gucken, müssen sie nachrüsten.

Der größte Teil der Bergedorfer muss sich allerdings keine Sorgen machen. "Viele unserer Kunden im Stadtgebiet haben einen Kabelanschluss. Die Kabelanbieter bieten jetzt schon neben dem analogen auch digitales Fernsehen an, Da ändert sich nichts", sagt der Inhaber von Radio Zeh, Rainer Albrecht. Allerdings ist bei den Kabelanbietern nur der digitale Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender in der normalen Gebühr enthalten: "Kunden, die private Sender in digitaler oder HD-Qualität empfangen möchten, zahlen bei uns monatlich 2,90 beziehungsweise drei Euro zusätzlich", sagt der Pressesprecher von Kabel Deutschland, Marco Gassen.

Kunden, die noch ein altes Röhrengerät besitzen, kommen um den Kauf eines modernen LCD- oder Plasmafernsehgerätes nicht herum, wollen sie die neuen Möglichkeiten voll ausnutzen. Alte Röhrengeräte verfügen nicht über eine ausreichend hohe Bildauflösung (Pixel), um HD wiedergeben zu können.

Besitzer von Satellitenanlagen, die älter als zehn Jahre sind, sollten einen Blick auf den vorgeschalteten Low Noise Converter (LNB) an ihrer Satellitenschüssel werfen. Der angegebene Frequenzbereich muss hier 12,75 Gigahertz (GHz) betragen. Liegt er darunter, muss ein neuer Converter her. Kosten ab etwa 14 Euro, ohne Montage.

Für den Receiver gilt dasselbe. Diese digitalen Geräte gibt es ab 30 Euro. Bei neueren LCD-Fernsehern ist der Receiver in aller Regel eingebaut. Auch hier gilt: ältere Geräte überprüfen. Am einfachsten geht das auf der Videotexttafel 198 der ARD. Hier wird angezeigt, ob man digital empfangen kann.

"Viele, vor allem ältere Kunden, sind falsch oder unzureichend über die Umstellung informiert", sagt Gerd Kastrian, Mitarbeiter der Fernsehabteilung bei Saturn. Er müsse im Schnitt vier Kunden pro Tag aufklären. "Ich rate auch Besitzern von Röhrengeräten nicht pauschal zum Neukauf", sagt Kastrian. Digitales Fernsehen (nicht HD) kann man mit den entsprechenden Zusatzgeräten auch mit ihnen empfangen.