Villengebiet

Mit brennendem Baum ins Treppenhaus gerannt

Bergedorf (upb). Zwei Wochen nach Heiligabend sind Weihnachtsbäume buchstäblich brandgefährlich. Dieser unsichtbare Wandel des festlichen Schmuckstücks führte Sonntagabend in einem Mehrfamilienhaus am Pfingstberg zur Katastrophe.

Im ersten Stock hatte der 66-jährige Mieter an seinem Baum echte Kerzen angezündet, um dann mit seiner Lebensgefährtin im selben Raum ein Gesellschaftsspiel zu spielen.

Trotzdem konnte das Paar nichts tun, als die Flammen auf die Tanne übergriffen: Sofort zündete der trockene Baum durch. Unter Schock griff der Mann ins Flammenmeer, riss die Tanne aus dem Ständer und rannte mit dem Feuerball ins Treppenhaus. Dort musste er den Baum fallen lassen, weil die Haut an seinem Armen und Händen bereits schmerzhafte Brandverletzungen hatte. Der Bergedorfer rettete sich durch ein Fenster auf das Vordach des Eingangs.

Seiner Lebensgefährtin war vom brennenden Tannenbaum im Treppenhaus der Fluchtweg abgeschnitten. Eine Nachbarin vom zweiten Stock holte sie geistesgegenwärtig in ihre Wohnung und alarmierte die Feuerwehr.

Die Retter löschten die Reste des Tannenbaums unter Atemschutz und holten den 66-Jährigen mit einer Leiter vom Vordach. Er kam zur Behandlung ins Brandverletzten-Zentrum des Unfallkrankenhauses Boberg. Weil neben Feuerschäden an der Einrichtung der betroffenen Wohnung auch der Putz des Treppenhauses in Mitleidenschaft gezogen wurde, schrieb die Polizei eine Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Sechs Stunden vor dem Drama am Pfingstberg hatte ein brennender Tannenbaum einen Feuerwehreinsatz an der Jakob-Kaiser-Straße ausgelöst. Dort hatten zwei Damen (62 und 67 Jahre) neben den Kerzen Kniffel gespielt. Beide kamen mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.