Schulenbrooksbek

Diesem Bergedorfer Flüsschen geht es nur scheinbar gut

Bergedorf. Sie wirkt wie ein Naturidyll im kleinen Park zwischen Schulenbrooksweg und August-Bebel-Straße. Durch das Tal plätschert die Schulenbrooksbek. Doch dem Flüsschen geht es nicht gut.

"Die Gewässergüte liegt zwischen III und IV, also bei 'sehr stark verschmutzt'", schreiben die Schüler der Klasse U10 der Gewerbeschule 19. Die angehenden Umweltschutz-Techniker haben den kaum zwei Meter breiten Flusslauf zwischen Wentorf und dem Park hinter Bergedorfs Rathaus untersucht. Ihr Fazit: Mit einigen Eingriffen könnte viel erreicht werden.

So sollten Uferbefestigungen entfernt, Steine und Kies eingebracht werden, damit die Schulenbrooksbek ihr stark begradigtes Flussbett quasi selbstständig renaturiert. Allerdings ist dafür die Unterstützung der Anlieger nötig - von den Kleingärtnern im oberen Bereich bis zu den Hausbesitzern, deren Gärten sich fast auf der ganzen Länge bis an den kleinen Park entlang des Flusslaufs erstrecken. "Und die haben manchmal eine andere Vorstellung von Natur, als Umweltschützer", merkte Uwe Wehling von der Wasserwirtschaft des Bezirksamts bei der Präsentation an.

Trotzdem wollen Bergedorfs Politiker sie mit ins Boot holen. "Wenn wir etwas mit diesem Fluss machen wollen, geht das nur mit ihnen", forderte Fritz Manke (SPD) einen Informationsabend. Zunächst wird das Thema im Umweltausschuss am 21. September (17.30 Uhr, Rathaus) erörtert. Dann könnte auch die Novelle des Hamburger Wassergesetzes auf der Tagesordnung stehen, die die Fluss-Ufer unter Schutz stellen soll.

Gute Aussichten also für einen Kern-Vorschlag der angehenden Umweltschutz-Techniker: Sie wollen auf halbem Weg zwischen Ernst-Henning-Straße und Möllers Kamp einen 50 mal 25 Meter großen Teich anlegen, der als Rückhaltebecken bei Starkregen fungiert. Denn in die Schulenbrooksbek entwässern praktische alle Anlieger-Grundstücke ihr Oberflächenwasser, was bei Niederschlag stets zu Flutwellen führt.

Uwe Wehling will erst mal etwas kleiner anfangen: "Wir planen in diesem Abschnitt im Herbst eine ganze Reihe von Maßnahmen." Für den ersten Schritt zurück zum natürlicheren Flussbett stehen 100 000 Euro zur Verfügung.